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Auch Mercutio war in Romeo verknallt
Als Vorgeschmack auf das neue Musical "Romeo und Julia - Liebe ist alles" von Peter Plate und Ulf Leo Sommer ist am Freitag die queere Single "Es lebe der Tod" von Nico Went erschienen.
- 16. Dezember 2022, kein Kommentar
"In deinem Namen will ich sterben". So ungeniert flirtet Mercutio (Nico Went) mit dem Tod und in seinen kühnsten Träumen auch mit seinem heimlichen Schwarm Romeo, und fordert ihn zum Tanz: "Komm, süßer Tod!" Diese fulminante Uptempo-Nummer, arrangiert mit Streichern und Disco-Anleihen, performt Nico Went alias Mercutio auf dem Ball der Capulets zu Beginn von "Romeo und Julia – Liebe ist Alles", wo die Geschichte der bekanntesten verliebten Teenager der Bühnengeschichte ihren Anfang nimmt: die Liebe zwischen den Sprösslingen der verfeindeten Familien der Capulets und der Montagues.
"Es lebe der Tod" eröffnet das mit Spannung erwartete neue Musical "Romeo und Julia – Liebe ist alles" von Peter Plate und Ulf Leo Sommer, das am 19. März 2023 im Berliner Theater des Westens Premiere feiert. Der Song stimmt das Publikum auf die zum Sterben schöne Liebesgeschichte von Romeo und Julia ein. Er macht Lust auf viel mehr, auch wenn der Song natürlich eine düstere Prophezeiung ist. "Ich habe keine Angst vor nichts", schmachtet Mercutio in seinem jugendlichen Leichtsinn den Tod an – und man glaubt ihm jedes Wort.
Das Berliner Komponisten-Gespann hat bei der Auseinandersetzung mit den original Shakespeare- Dialogen auch Zwischentöne aufgespürt, die anderen bisher offenbar entgangen sind. Etwa dass Julia nicht die Einzige ist, die in Romeo verknallt ist. "Mercutio ist eigentlich in seinen besten Kumpel verliebt", so Peter Plate. "Nachdem Julia im Leben seines Freundes auftaucht, stichelt er immer wieder gegen sie. Er ist nämlich total eifersüchtig, weil er Romeo liebt."
Zusammen mit Sängerin AnNa R. gründete Peter Plate 1991 in Berlin das Musikduo Rosenstolz. Die fast immer auf Deutsch gesungenen Lieder waren zu Beginn stilistisch zwischen Pop, Chanson und Rock angesiedelt. Besonders zu Beginn ihrer Karriere produzierten Rosenstolz Musik mit oftmals mehrdeutigen Texten. Für ihren Stil prägten die Berliner Medien zu jener Zeit (Anfang bis Mitte der 1990er Jahre) den Begriff "Mondänpop". (cw/pm)










