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Conchita in der Kaiserbründl-Sauna

In Conchita Wursts neuestem Song "Dirty Maria" geht es um den Spagat zwischen Verlockung und Zurückhaltung, für den man sich immer wieder eigene Fluchttaktiken ersinnt.

Der Song dreht sich um grenzenlose Gier und eröffnet den Blick in die Abgründe, die sich bei allen Menschen in den Tiefen ihrer Psyche auftun. Wie so oft bei Wurst ist der Sound auf unerwartete Weise mit dem Text verwoben, so dass sich das Werk nicht ohne weiteres einem bestimmten musikalischen Genre zuordnen lässt. Vielschichtig wie jeder Mensch, dem wir begegnen, lässt auch dieses Lied bei jedem neuen Hören eine neue Bedeutungsebene erahnen.

Für das offizielle Musikvideo unter der Regie von Elisa Kroiss hat eines der ältesten und vornehmsten schwulen Bade-Etablissements Wiens die Pforten geöffnet: die Kaiserbründl-Sauna im ersten Bezirk. Geschrieben hat Conchita "Dirty Maria" gemeinsam mit Lukas Klement und Martin Zerza geschrieben.

Seit 2011 tritt Tom Neuwirth als Dragqueen Conchita Wurst bzw. seit 2015 als Conchita auf, eine Diva mit Vollbart. Ihre fiktive Biografie beginnt mit der Geburt in den Bergen von Kolumbien und führt über eine Kindheit in Deutschland zum Beginn der Karriere als Sängerin in Österreich. Ihre Schaffung erklärt Neuwirth als Reaktion und Statement gegen Diskriminierungen, die er in seiner Jugend aufgrund seiner Homosexualität erfuhr. Sein Auftreten als Conchita solle auch dazu führen, dass "es Jugendliche leichter haben – und zwar egal, aus welchem Grund sie anders als die anderen sind".

Den Namen Conchita bekam die Diva von einer Freundin aus Kuba und behielt ihn bei. Den Nachnamen wählte sie, "weil es eben 'wurst' ist, woher man kommt und wie man aussieht". Wiederholt erklärte Tom Neuwirth in Interviews auf Fragen nach seinem Geschlecht, dass seine Darstellung der Conchita Wurst nichts mit Transsexualität zu tun habe, sein Alter Ego sei einfach eine Kunstfigur ("was wir Kunstfiguren machen, ist wie es der Name schon sagt, Kunst. […] aber am Abend sind wir immer noch gerne in dem Körper, in dem wir geboren wurden"). Der Bart unterscheidet Conchita Wurst von anderen Travestie-Figuren, bei denen es, wie Doris Knecht beobachtet, "darum geht, alle vermeintlich männlichen durch sogenannte weibliche Attribute zu ersetzen. Conchita macht das nicht. Sie ergänzt. Sie ist eine Mann-Frau und ein Frau-Mann. In ihr vermischen sich die Geschlechter, verwischen die Unterschiede." Für Neuwirth fungiert der Bart als gezielte Provokation. (cw)

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#1 Livio2022Anonym
  • 17.12.2022, 15:12h
  • Guter Song und bekannte Location. Das Kaiserbründl war während meiner beruflichen Laufbahn gut 6 Jahre mein 2. Zuhause. Sehr nett gemacht und nicht schmuddelig. Habe dort viele amouröse Abenteuer mit CEE-Hotties (Central Eastern European/Osteuropa) gehabt. Mit die allerschönste Zeit meines Lebens. Wien ist so hot und gay. Allerdings mit Klasse und Sti(e)l und Weana Schmääh. Höflich und galant sind die Ösis, eine Hommage an die gute alte K&K-Zeit. Egal, ob Sissy oder Franz, da geht noch was!:-))
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#2 queergay
  • 18.12.2022, 02:47h
  • Antwort auf #1 von Livio2022
  • Die Möglichkeiten in der Kaiserbründl-Sauna kann man schon romantisieren und verklären, auch den schnellen, zumeist anonymen Sex auf letztlich Nimmerwiedersehen. Mit sehr vielen amourösen Quickies und Abenteuern - so ganz ohne jede Nachhaltigkeit - die Nacht gestalten.
    Wien ist so hot und gay, so ex und hop. Und das zählt dann zur allerschönsten Lebenszeit. Nur die konkrete Erinnerung an die vielen Sexpartner verblasst dann doch sehr schnell und löst sich auf.
    >> Beim Erahnen der Bedeutungsebenen des lasziv-dekadent wirkenden Musikvideos wurde ich auch an Hermes Phettberg erinnert. Den hätte man durchaus mit in die Location bizarr einbringen können.
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