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Als sich der queere Widerstand gegen die Eiserne Lady formte
Bei der Premiere in Venedig erhielt der Film "Blue Jean" über eine lesbische Lehrerin im England der homofeindlichen Thatcher-Jahre den Publikumspreis der Sektion Giornate degli Autori – ab September kommt er ins Kino.
- 30. Juni 2023, kein Kommentar
England, 1988. Die Sportlehrerin Jean (Rosy McEwen) sieht sich zu einem Doppelleben gezwungen: Margaret Thatcher hat mit ihrer konservativen Parlamentsmehrheit gerade Section 28 verabschiedet – ein queerfeindliches Gesetz, das die "Förderung von Homosexualität" verbietet. Deswegen darf in der Schule niemand wissen, dass Jean lesbisch ist – andernfalls könnte sie ihren Job verlieren. Ihre kämpferische Partnerin Viv (Kerrie Hayes) unterstützt sie zwar, würde sich aber etwas mehr Mut von Jean wünschen. An den Wochenenden tauchen sie zusammen in das queere Nachtleben Newcastles ein. Als Jean in einer Lesben-Bar einer ihrer Schülerinnen begegnet, muss sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen…
Packend und vielschichtig erzählt Regisseurin Georgia Oakley in ihrem Debütfilm von einer zutiefst repressiven Zeit in Großbritannien, in der die Leben von zahllosen Lesben und Schwulen durch politische Entscheidungen maßgeblich eingeschränkt oder gar zerstört wurden. Zugleich zeugt "Blue Jean" aber auch von der widerständigen Kraft einer queeren Gemeinschaft, die sich in Opposition gegen die Eiserne Lady und ihre konservative Regierung erst richtig formierte.
"Blue Jean" startet im Verleih von Salzgeber am 5. Oktober 2023 im Kino. Bereits im September wird das Drama beim Queerfilmfestival in voraussichtlich 13 Städten laufen. Eine ausführliche Besprechung folgt. Offizielle Szenenfotos zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. (cw/pm)










