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Heimlich schwul wie in den Achtzigern
Zur Pride-Saison hat die deutsche Synthpop-Band Neon Space Men die neue Single "Things – The Ballad of Adam and Steve" über eine nicht offen gelebte Beziehung zwischen zwei Männern veröffentlicht.
- 05. Juli 2023, kein Kommentar
Die Ballade von Adam und Steve beginnt zunächst wie viele andere schwule Beziehungen:
this is the ballad of Adam and Steve
two blokes who met on a dating site for fun
but to Adam Steve was "the one"
and so they met on a regular basis
not only genitals were touched but also hearts – ach
they had an excellent start
Dumm nur, dass Steve nicht offen lebt und Frau und Kinder nichts von der Affäre erfahren dürfen.
what do you do when you set a heart on fire?
be aware that some burns will not expire – a thing to consider
what do you do when a love gets out of hand
and you see that your hopes were built on sand? a thing to call bitter
Im Song nimmt die neue Liebe schließlich ein tragisches Ende…
Mit "Things – The Ballad of Adam and Steve" wollen Neon Space Men ein Zeichen gegen Homofeindlichkeit setzen. Genauso wie die elektronische Pop-Musik der 1980er Jahre, für die die Band steht, war auch die Unterdrückung von Schwulen und Lesben damals allgegenwärtig. Der 1988 von der britischen Thatcher-Regierung verabschiedete "Clause 28" verbot etwa die "Förderung der Homosexualität durch lokale Behörden". Musiker*innen und Bands wie Jimmy Somerville, Boy George oder Chumbawamba – Vorbilder von Neon Space Men – wehrten sich lautstark gegen die menschenverachtende Gesetzgebung.
Der von den Nazis im KZ genutzte rosa Winkel etablierte sich damals als neues Protestsymbol der Schwulenbewegung. Neon Space Men greifen ihn im Cover der Single auf und schaffen zusätzlich eine Plakatanmutung, die erinnert und vor Augen führt, dass Homosexualität immer noch nicht die gesellschaftliche Akzeptanz hat, für die seit vielen Jahren gekämpft wird.

Links zum Thema:
» Homepage von Neon Space Men
















