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Polen: Viraler Erfolgs-Tanz gegen Homo-Hass

Derzeit fährt ein queerer Aufklärungsbus durch polnische Kleinstädte - und lässt sich den Song "Go West" nicht von homophoben Gegendemonstranten nehmen.

Es ist ein mutiges, ein trotziges, ein trauriges und letztlich doch gewinnendes Statement: In der polnischen Kleinstadt Swidnica stießen mehrere LGBTI-Aktivisten und -Aktivistinnen am Dienstag auf homofeindliche Gegendemonstranten – und ließen sich nicht von ihnen einschüchtern, sondern nutzten deren homofeindlichen Gesang für ihre Zwecke. The Homophobes Got Owned, Big Time!


Die Stationen der Bustor

Die Grupa Stonewall reist derzeit mit einem kleinen Bus durch polnische Kleinstädte. Im Rahmen dieser "Sommer-Akademie der Gleichberechtigung" betreibt das Projekt Aufklärung, auch indem LGBT-Aktivisten schlicht mit Passanten das Gespräch suchen, und verteilt an interessierte und freundliche Menschen zugleich am Stand vor dem Bus kostenlose Getränke der Marke "Sprite" – der Coca-Cola-Konzern unterstützt die Aktion; wie in Ungarn die Coke Zero zeigen die "Sprite"-Dosen das Logo der Marke in Regenbogenfarben.


Die Tour führt auch zu aufklärenden Berichten in den jeweils lokalen Medien

Die Ankündigung der Tour sorgte – mitten in einem seit Monaten von Regierung und Kirche angestrengten Kultur- und Wahlkampf gegen LGBTI-Rechte, der unter anderem vor wenigen Wochen zu massiven Gegenprotesten und Gewalt gegen den ersten CSD in Bialystok führte (queer.de berichtete) – für einige Hetzbotschaften in sozialen Netzwerken und Ankündigungen von Gegenprotesten. Bereits bei der ersten Station in Ostrów Wielkopolski (Ostrowo) stieß der Bus auf einige homophobe Störer, die Böller auf die Aktivisten warfen – die Polizei drängte sie weg und schützte das Aufklärungsprojekt. Und auch auf der zweiten Station in der niederschlesischen Stadt Swidnica (Schweidnitz) stieß die kleine Truppe queerer Aktivisten auf vier junge Nationalisten, die homofeindliche Sprechchöre von sich gaben. Das Singen von "Zakaz pedalowania" (in etwa: "Stoppt Schwuchteln") – wie bei vielen Sprechchören zur Melodie von "Go West" – hat eine gewisse traurige Tradition unter polnischen Nationalisten und Hooligans. Doch Stonewall ließ sich nicht davon einschüchtern; Aktivist Lukasz Jurewicz sah im Gegenteil die Chance, die Rechten mit eigenen Waffen vorzuführen: Mit einem engagierten Tanz zu der Melodie.

W ?widnicy spotkali?my swoich fanów ?

Gepostet von Grupa Stonewall am Dienstag, 6. August 2019
Facebook / Grupa Stonewall | Dieses Video wurde zu einem viralen Hit (evtl. ist der Ton zunächst stumm geschaltet)

Stonewall nahm auf, wie Lukasz vor den Nationalisten tanzte, und stellte das Video bei Facebook online mit der Überschrift "In Swidnica haben wir unsere Fans getroffen". Mit Herzchen-Icon. Das Video ging schnell viral, kommt inzwischen auf über 250.000 Aufrufe und hat allein im Original-Posting über 6.000 positive Reaktionen erzielt, hunderte belustigte wie erfreute Kommentare und über 1.000 Shares. Inzwischen berichteten auch einige Medien über die lustige und stolze Gegenwehr – nicht ohne den Hinweis, dass die Gegendemonstranten kurz danach ratlos von dannen zogen.


Das Team der Tour. Auf der Bus-Webseite stellt es sich näher vor.

Viele Medien wiesen – nicht zum ersten Mal – amüsiert darauf hin, dass die Homo-Hasser mit "Go West" ausgerechnet auf eine Homo-Hymne setzen, ursprünglich gesungen von den Village People und dann als Cover der Pet Shop Boys ein weltweiter Erfolg. Diese drei Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer veröffentlichte Version ergänzte die Motive des Songs noch um Hoffnungen der Menschen aus früheren Ostblock-Staaten auf die Öffnung zum Westen hin – in Staaten, in denen Homosexualität heute oft als unerwünschter westlicher Kulturimport dargestellt wird.

Direktlink | Das optimistische "Go West" und der Hass von "Zakaz pedalowania" – über die absurde Verbindung berichtete Newsweek Polska bereits vor drei Jahren

"Wir wollen Orte erreichen, an denen noch keine LGBT+-Veranstaltungen stattfinden", schreibt Stonewall zu der Bus-Tour. "Wir glauben, dass ein friedliches Gespräch in der Lage ist, schädliche Stereotypen zu durchbrechen und das Bewusstsein für die Probleme und Forderungen von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern zu stärken." Die Tour geht noch bis Sonntag weiter – einen Tag zuvor beginnt übrigens eine ähnliche Tour zum 20. Mal in Brandenburg. (nb)

Niestety pogoda w Sandomierzu nas pokona?a ? Nie mogli?my si? pogodzi? z tym, ?e ca?y taneczny fejm przypad? ?ukaszowi,…

Gepostet von Grupa Stonewall am Mittwoch, 7. August 2019
Facebook / Grupa Stonewall | Die Aktivisten von Stonewall tanzen weiter!

Update, 21h: "Die Anzahl unserer Fans steigt von Tag zu Tag", kommentierte die Gruppe ein weiteres Video vom Halt des Busses in der Stadt Biala Podlaska.

Grono naszych fanów ro?nie z dnia na dzie?! ?

Gepostet von Grupa Stonewall am Donnerstag, 8. August 2019
Facebook / Grupa Stonewall



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#1 iacobusAnonym
  • 08.08.2019, 14:29h
  • Ich hoffe auf die Widerspenstigkeit vieler Polen in Sachen PiSS, Kirche und andere Autoritarismen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 gut_gemachtAnonym