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Eine glückliche Regenbogenfamilie mit sechs Kindern

In Pittsburgh adoptierte ein schwules Paar sechs Geschwister, die zuvor fast fünf Jahre getrennt in verschiedenen Pflegefamilien leben mussten.

Direktlink | Bericht von NBC
  • 13. August 2019, noch kein Kommentar

Es ist eine Geschichte, die in Amerika seit Wochen für Schlagzeilen und TV-Berichte sorgt: In Pittsburgh adoptierte das schwule Paar Steve und Rob Anderson-McLean ganze sechs Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren. Die Geschwister hatten fast fünf Jahre, genau 1640 Tage, teilweise getrennt in verschiedenen Pflegefamilien verbracht, bis das Paar auf sie aufmerksam wurde.

Die beiden Eltern, die seit 2001 zusammenleben, hatten bereits Steves Söhne aus einer früheren Ehe, Parker (25) und Noah (21), aufgezogen und wollten sich weiter um Kinder kümmern. "Wir dachten an zwei oder drei. (…) Wir sahen dann ein Bild [der sechs Geschwister] und verliebten uns", sagte Rob (47) dem US-Sender NBC, der in der letzten Woche in seiner Frühstückssendung "Today" über die Familie berichtete. "So viele Geschwistergruppen sind getrennt, weil die Menschen nur die jüngeren Kinder adoptieren wollen. Steve und ich wussten, dass diese Kids zusammen bleiben sollten."


Ein Zoobesuch mit Steves Mutter. Bild: privat

Im Juli 2018 nahmen Rob und Steve Carlos (14), Guadalupe (13), Maria (12), Selena (10), Nasa (9) und Max (7) zunächst zur Pflege auf. "Nach der ersten Woche fragten sie, ob sie für immer bleiben könnten", so Steve (48) gegenüber NBC. "Wir haben sie in den Park und in den Zoo gebracht. Wir haben im Hof gespielt. Das war alles neu für sie. Spaß zu haben war neu für sie."

Das Paar beschloss die Adoption der Kinder – und als diese im Mai vor Gericht angenommen wurde, hätten die Kinder sehr erleichert reagiert: "Sie wurden von Erwachsenen in ihrem Leben so oft im Stich gelassen und hatten Sorge, dass das nicht klappen könnte", so Steve. Das Paar erzählt bewusst nicht viel zur Vorgeschichte der Kinder. Kürzlich habe ihn Max, der Siebenjährige, besorgt gefragt, ob die Adoption rückgängig gemacht werden könne, so Steve. "Ich musste ihm versichern, dass er immer unser Sohn bleiben wird."


Der Tag, an dem das Glück offiziell wurde

Das Paar selbst hatte am meisten Sorgen, dass die Kinder ein Problem mit einem schwulen Paar haben könnte – speziell der älteste Sohn. "Wir dachten, da Carlos bereits ein Teenager ist, könnte ihn das belasten. Aber das hat ihn überhaupt nicht gestört." "Ich bin kein Pflegekind mehr", habe er kürzlich erfreut einem seiner neuen Väter gesagt. "Endlich habe ich eine echte Familie."

Nach all den Medienberichten seit der Adoption im Mai erhalte das Paar viel Lob in sozialen Netzwerken, so Steve. "Immer wird betont, wie glücklich die Kinder mit uns sind. Aber eigentlich sind wir die, die glücklich sind. Wir sind sehr glücklich, die Kinder zu haben."


Die Medienberichte stehen in einem traurigen Kontrast zu jenen zu einem anderen schwulen Elternpaar, das derzeit weltweit für Schlagzeilen sorgt: Die beiden Moskauer Andrej und Jewgenij flohen vor wenigen Wochen mit ihren zwei Adoptivsöhnen in den Auslandsurlaub, nachdem ihnen nach einer homophoben Panik in einem Krankenhaus, in der Justiz und in Medien eine Wegnahme der Kinder droht (queer.de berichtete). Derzeit wird gegen die Sozialarbeiter ermittelt, die einem der Männer die Kinder zur Adoption gab (eine gemeinschaftlichte ist rechtlich nicht möglich) – damit hätten sie die Kinder einer "Homo-Propaganda" ausgesetzt und ihrem Wohl geschadet. Der Ausgang des Verfahrens, das auch zu Hausdurchsuchungen bei dem Paar und nach der "Flucht" zu zwischenzeitlichen Ermittlungen wegen "Mordes" führte, ist noch offen. Die Männer lassen sich von LGBT-Organisationen und Anwälten vertreten und hoffen auf ein gutes Ende, da sonst anderen Regenbogenfamilien in Russland ähnliches drohen könnte. Und sie hoffen noch auf eine Rückkehr. Auch deswegen gab das Paar jetzt der Deutschen Welle und dem russischen Portal Meduza Interviews. (nb)



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13. August 2019
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