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Undercover im Backoffice der Homo-Lobby
Jetzt wissen wir es endlich: Das Wort "Swag" steht für "Secretly we are gay". Zumindest im neuen queeren Power-Track von Rapper*in Maurice Conrad.
- 28. Oktober 2023
Im offiziellen Musikvideo zu "SWAG" erleben wir Maurice Conrad als CEO der Homo-Lobby. Damit ist nicht etwa der LSVD gemeint, sondern diese imaginäre fiese Geheimorganisation, die angeblich unsere Kinder indoktriniert und vor der AfD und "Demo für alle" dauernd warnen. "Machen eure Töchter schwul und eure Söhne zu Lesben", rappt Conrad passend.
Der starke Song hat es bereits in das ZDF-Magazin "aspekte" geschafft. "Wir zeigen heute einen kleinen Blick in das Backoffice dieser Homo-Lobby", berichtet dort Maurice Conrad über das Musikvideo. In dem knapp vierminütigen Clip ist "Drag Race Germany"-Juror Gianni Jovanovic als schwuler Ken an der vermeintlichen "Verschwulung" der Welt beteiligt.
Mitten im Video wird der absurde Vorwurf der "Homo-Propaganda" jedoch als das entlarvt, was er ist: reiner Hass gegen queere Menschen. Der zudem sehr real und folgenreich ist. So erreicht auch das Büro der Homo-Lobby ein neuer Social-Media-Kommentar, in dem es heißt: "Eine neue Eröffnung von Auschwitz wäre dringend nötig." Er wird zu den vielen anderen Hass-Nachrichten gepinnt…
Bereits im Februar zeigte Maurice Conrad mit "Männersex" einen "Mittelfinger an homophoben deutschen Rap", im Juli erschien der Track "CSD in Sonneberg". Bekannt ist Conrad zudem als Klimaaktivist*in, Stadträt*in (ehemals Piraten), Buchautor*in und "taz"-Kolumnist*in.
Das Wort "Swag" wurde 2011 zum Jugendwort des Jahres gewählt. Der Ausdruck stammt aus der englischen Sprache von dem Verb "to swagger" (prahlen, stolzieren, eigentlich umhergehen, schlendern) und steht für die besonders coole oder lässige Ausstrahlung einer Person. (mize)










