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Auf der ständigen Suche nach einem sicheren Ort
Der neue Dokumentarfilm "Wenn ich nach oben schaue, sehe ich mich von innen" erzählt Geschichten von queeren Menschen aus dem Kosovo.
- 04. Januar 2024
Der Film von Ilir Hasanaj lässt insgesamt sieben Personen mit unterschiedlichen Hintergründen und aus verschiedenen Generationen zu Wort kommen. In ihrer eigenen Sprache, mit ihren echten Namen und Gesichtern erzählen Maki, Semi, Edon, Qerkica, Mustafa, Blendi und Linda ihre Geschichten von der Entdeckung ihres Queerseins im Kosovo und ihr Leben als queere Person in einem Umfeld, das von Nicht-Akzeptanz und Ausgrenzung geprägt ist. Es geht um Hoffnungen und Träume, Verlust und Niederlagen und die Bedeutung von Heimat, um die ständige Suche nach einem sicheren Ort.
Der Film ist der erste Dokumentarfilm aus dem Kosovo, der die Protagonist*innen zeigt, ohne ihre Gesichter unkenntlich zu machen und der ihre echten Namen verwendet. Er erforscht die isolierte Kultur der Resilienz, die über viele Jahre hinweg in einem intimen Rahmen gepflegt und durch gegenseitige Solidarität und Mitgefühl zusammengehalten wurde.
Die Kontraste zwischen den Geschichten der jüngeren und älteren Protagonist*innen zeigen die sozialen Veränderungen im Kosovo, insbesondere vor dem Krieg in den 1990er Jahren und nach der ersten Pride-Parade im Jahr 2017. Diese Kontraste werden noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass das Land eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung aufweist und es auch hier die beliebte falsche Behauptung gibt: LGBTI-Sein sei eine "Ideologie", die nach dem letzten Kosovo-Krieg aus dem Westen importiert worden sei.
Ein Kinostarttermin für "Wenn ich nach oben schaue, sehe ich mich von innen" steht bislang nicht fest. (cw/pm)










