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Intimität in der Anonymität
Im Mittelpunkt der ebenso düsteren wie fesselnden Graphic Novel "Koma" steht ein schwuler Ich-Erzähler, der die Trauer um seinen gestorbenen Bruder mit viel Sex und Drogen in einer fremden Metropole bekämpft. Hier ist der Trailer!
- 07. Januar 2024
Ein Mann erfährt vom Unfalltod seines Bruders. Er trennt sich von seinem überbehütenden Partner und fliegt ins Ausland, um einen Vortrag über autobiografische Täuschungen in der Literatur zu halten. In der fremden Metropole angekommen, vertröstet er seinen Auftraggeber und beginnt, zwischen der leeren Arbeitswohnung und den städtischen Cruising-Spots zu pendeln: dem dunklen Darkroom einer Schwulenbar, dem nahezu vergessenen Teil eines Skulpturenparks, einer verlassenen Autowaschanlage.
Im Darkroom trifft er eines Nachts auf Miller, der ihn freigiebig an seinen Drogen und Märchen teilhaben lässt. Immer öfter zieht er mit ihm durch die Nächte der anonymen Stadt, in der ihm Risiko und Exzess, aber auch verschwenderische Zärtlichkeit begegnen. Mit einer an Selbstauslöschung grenzenden Entschlossenheit will er sich immer weiter von seiner Vergangenheit entfernen. Doch je tiefer er in der Szene versinkt, desto gnadenloser wird er von den Erinnerungen an seinen Bruder heimgesucht.
"Koma" ist eine Graphic Novel, die Schutz in der Bewegung sucht und Intimität in der Anonymität findet. Ein kompromissloser Text von Mazlum Nergiz, den Leonie Ott durch ihre mal albtraumhaften, mal versöhnlichen Bilder cruisen lässt.
"Koma" ist als 204 Seiten starkes Taschenbuch für 28 Euro (Amazon-Affiliate-Link ) im Berliner März Verlag erschienen. Eine Leseprobe als PDF gibt es hier. (cw/pm)
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