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Kasachstan unter dem Regenbogen

Mit einem möglichst viralen Video hoffen Aktivist*innen, Interesse und Solidarität gegenüber queeren Menschen zu wecken - pünktlich zu den ersten angemeldeten LGBT-Kundgebungen des Landes. Eine der beiden wurde bereits untersagt.

  • 28. August 2019, noch kein Kommentar

"Wir sind für Frieden, wir sind für Liebe, wir sind für LGBT-Freiheit", heißt es in dem kurzen Video, das unter anderem in einer populären Facebook-Gruppe zu Veranstaltungen in Astana verbreitet wird. Darin sind drei Aktivist*innen in Unterwäsche mit Regenbogenflaggen an verschiedenen Orten der Hauptstadt zu sehen, die im März in Nur-Sultan umbenannt wurde. Die Gesichter werden teilweise durch die Flaggen und eine Regenbogenbemalung verdeckt.

Das am Dienstag veröffentlichte Video soll Neugier und Solidarität gegenüber LGBTI wecken – wenige Tage, bevor am Freitag in der Stadt die erste angemeldete LGBT-Kundgebung des Landes stattfinden sollte. Der Aktivist Aidar Yelkejew hatte am 22. August über ein Verwaltungsportal zwei Kundgebungen angemeldet mit dem Thema "Schutz der Rechte und legitimen Interessen der LGBT-Gemeinschaft in Kasachstan". Mit laut Anmeldung jeweils 1.000 Teilnehmenden sollten die Kundgebungen in Astana am 30. August und in Almaty, der größten Stadt des Landes, am 8. September stattfinden.

Instagram / kokteam | Die Kundgebungs-Ankündigung zeigt die Skyline Astanas mit gezeichneten Regenbogenflaggen

Inzwischen ist es offiziell, dass zumindest die erste Kundgebung nicht stattfinden kann. Das Gouverneursamt von Astana hat am Dienstag bekannt gegeben, dass es für die Veranstaltung keine Genehmigung erteilen werde – mit dem schlichten Verweis auf eine Frist, wonach Kundgebungen mindestens zehn Tage vor ihrer geplanten Abhaltung anzumelden seien. Aktivisten rechneten nicht mit Genehmigungen. In den letzten Monaten wurden immer wieder Kundgebungen gegen die Regierung verboten, es kam mehrfach zu Massenfestnahmen von Protestierenden und auch Reportern.

In der ehemaligen Sowjetrepublik in Mittelasien mit knapp unter 18,5 Millionen Einwohnern wurden einvernehmliche homosexuelle Handlungen im Jahr 1998 legalisiert. Transpersonen können ihr rechtliches Geschlecht ändern, seit 2011 aber erst nach einer geschlechtsanpassenden Operation, einer Sterilisation und einer psychologischen Beratung. Eine rechtliche Anerkennung schwuler und lesbischer Paare und einen Antidiskriminierungsschutz für LGBTI gibt es nicht.

Führende Politiker des Landes äußern sich immer wieder homophob. 2015 hat das Parlament ein Gesetz gegen "Homo-Propaganda" beschlossen, das aber vor Inkrafttreten vom Verfassungsrat verworfen wurde (queer.de berichtete). Auch im letzten Jahr erlassene Richtlinien zum Online-Jugendschutz sahen zwischenzeitlich Passagen gegen die "Perversion" gleichgeschlechtlicher Beziehungen vor, die letztlich aber nicht berücksichtigt wurden. (nb)



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28. August 2019
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