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Queere Filme auf der Berlinale: "I'm Not Everything I Want to Be"
Insgesamt 32 queere Filme sind bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin zu sehen. Weltpremiere feiert auch der Dokumentarfilm "I'm Not Everything I Want to Be" über die queere Fotografin Libuše Jarcovjáková.
- 09. Februar 2024
Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 versucht die junge Fotografin Libuše Jarcovjáková mit ihren Bildern den Zwängen des repressiven tschechoslowakischen Regimes zu entkommen. Sie will herausfinden, wer sie sein möchte, und geht dafür auf die Straßen von Prag, in verstaubte Kneipen, zur Nachtschicht in eine Druckerei, in die Communitys der Roma und vietnamesischen Migrant*innen. Schnappschüsse von Nacktheit, Sex und Alkohol wechseln sich ab mit Bildern von Lethargie und Restriktionen.
Als sie wegen Fotos aus einem queerem Club Probleme mit der Polizei bekommt, geht Libuše eine Scheinehe ein und zieht nach Berlin. Doch auch die neue Welt ist voller Hindernisse. Mit ihrem letzten Geld fliegt sie nach Tokio, wo ihr der Durchbruch als Modefotografin gelingt. Aber das ist nicht das Leben, das Libuše leben will. Sie kehrt erst nach Berlin und später nach Prag zurück. Ihre Rückschläge und Erfolge, ihre Gefühle und Beziehungen und ihre nie endenden Suche nach sich selbst sind festgehalten in ihren Bildern und Tagebüchern.
In welcher Welt lebe ich? Wer bin ich? Wie möchte ich leben? Aus Libuše Jarcovjákovás Werk von zehntausenden Negativen und dutzenden Tagebüchern hat die tschechische Regisseurin Klara Tasovská einen poetischen Filmessay montiert. "I'm Not Everything I Want to Be" (deutscher Titel: "Noch bin ich nicht, wer ich sein möchte") erzählt von einem besonderen queeren Künstlerinnenleben und einer bewegenden Reise in die Freiheit, die sich über sechs Jahrzehnte spannt und von der sowjetisch "normalisierten" ČSSR der späten 1960er und frühen 70er über das Ost-Berlin der 80er bis ins Prag nach dem Fall des Eisernen Vorhangs und von heute führt.
Auf der 74. Berlinale, die vom 15. bis 25. Februar 2024 stattfindet, werden insgesamt 233 Filme aus 80 Ländern zu sehen sein. 32 Produktionen, darunter 15 Spielfilme, können sich Hoffnung auf den queeren Filmpreis Teddy Award machen, der am 23. Februar in mehreren Kategorien verliehen wird.
Zum queeren Programm der Berlinale gehören auch die Spielfilme "The Visitor" von Bruce LaBruce, "Sieger sein" von Soleen Yusef sowie "Des Teufels Bad" von Veronika Franz und Severin Fiala, der Dokumentarfilm "Teaches of Peaches" sowie die Kurzfilme "Uli" und "Un invincible été". In der Retrospektive wird "Banale Tage" gezeigt. Eine Übersicht aller Filme gibt es auf teddyaward.tv. (cw)















