https://queer.de/v?1838
Queere Filme auf der Berlinale: "All Shall Be Well"
Insgesamt 32 queere Filme sind bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin zu sehen. Weltpremiere im Panorama feiert auch das Drama "All Shall Be Well" von Ray Yeung über eine taffe lesbische Heldin aus Hongkong.
- 11. Februar 2024
Angie und Pat sind ein gut situiertes lesbisches Paar Mitte 60. Seit 30 Jahren leben sie gemeinsam in Pats Eigentumswohnung in Hongkong. Freund*innen und Familien akzeptieren die Beziehung der beiden, von ihrem Umfeld werden sie geschätzt und geliebt.
Nachdem Pat eines Nachts unerwartet stirbt, steht Angie nicht nur ihr Freundeskreis emotional zur Seite, sondern zunächst auch Pats Familie. Doch nach und nach führen Streitigkeiten um die Beerdigung und das Erbe zur Entfremdung. Angie hat keinen rechtlichen Anspruch darauf, in der gemeinsam bewohnten Wohnung zu bleiben, und ist dem schwindenden Wohlwollen von Pats Familie ausgeliefert. In ihrer Beziehung war Pat diejenige, die sich um alles gekümmert hat, auch wenn beide die finanzielle Last zu gleichen Teilen getragen haben. Für Angie beginnt ein später Emanzipationsprozess, bei dem sie von ihrer Wahlfamilie unterstützt wird.
Wie schon in "Suk Suk" wirft Regisseur Ray Yeung erneut einen präzisen Blick auf den oftmals prekären Alltag der älteren queeren Community. Mit der Figur der Angie schafft er eine leise, dafür umso resilientere lesbische Heldin.
Auf der 74. Berlinale, die vom 15. bis 25. Februar 2024 stattfindet, werden insgesamt 233 Filme aus 80 Ländern zu sehen sein. 32 Produktionen, darunter 15 Spielfilme, können sich Hoffnung auf den queeren Filmpreis Teddy Award machen, der am 23. Februar in mehreren Kategorien verliehen wird.
Zum queeren Programm der Berlinale gehören auch die Spielfilme "The Visitor" von Bruce LaBruce, "Sieger sein" von Soleen Yusef sowie "Des Teufels Bad" von Veronika Franz und Severin Fiala. Außerdem zu sehen sind die Dokumentarfilme "I'm Not Everything I Want to Be" über die queere Fotografin Libuše Jarcovjáková und "Teaches of Peaches" über die queere Musikerin sowie die Kurzfilme "Uli" und "Un invincible été". In der Retrospektive wird "Banale Tage" nach dem Drehbuch von Michael Sollorz gezeigt.
Eine Übersicht aller Filme gibt es auf teddyaward.tv. (cw)

















