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Zwei Meisterwerke von Almodóvar in einem Double-Feature
Pedro Almodóvars gefeierte Kurzfilme "Strange Way of Life" mit Ethan Hawke und Pedro Pascal sowie "The Human Voice" mit Tilda Swinton kommen ab dem 14. März 2024 ins Kino!
- 04. März 2024
Pedro Almodóvar gilt als einer der weltweit erfolgreichsten spanischen Regisseure des zeitgenössischen Kinos. In teils bizarren Handlungsgeflechten verbindet der schwule Filmemacher selbst die tiefste Tragik mit entwaffnendem Humor und schafft es wie kein Zweiter, mit seinem einzigartigen Blick auf das Leben die Zuschauer *innen zu berühren.
Mit den "Almodóvar Shorts" bringt Studiocanal am 14. März 2024 nun zwei seiner Kurzfilme als Double-Feature in die Kinos, wodurch ein einzigartiger Dialog zwischen zwei höchst unterschiedlichen Filmwerken eröffnet wird. Selten ließ sich die Spannbreite des Ausnahmetalents Almodóvar so gut erleben.
Als Antwort auf "Brokeback Mountain", den Almodóvar einst beinahe selbst inszenierte, taucht er mit "Strange Way of Life" in die Welt des Western ein und schafft eine bestechende Hommage an das Genre. Darin reitet der Rancher Silva (Pedro Pascal) quer durch die Wüste, um in dem kleinen Ort Bitter Creek seinen alten Freund, den Sheriff Jake (Ethan Hawke), zu besuchen. Silva und Jake haben sich 25 Jahre nicht gesehen. Damals haben sie als Auftragskiller zusammengearbeitet haben und waren ein ungewöhnliches Liebespaar. Doch Jake ist misstrauisch. Er glaubt nicht, dass Silva nach der langen Zeit plötzlich bei ihm auftaucht, nur um ihn zu sehen und in gefühlsvollen Erinnerungen zu schwelgen. Nach einer durchfeierten Nacht kommt es Konfrontation…
Während "Strange Way of Life" die Gefühlswelten zweier Männer in den Weiten der Wüste erkundet, erzählt "The Human Voice" die erlebte Leere und Einsamkeit einer Frau, die in ihrem Haus zurückgelassen wurde, und bildet damit einen radikalen Gegenentwurf zu ersterem.
Die "menschliche Stimme" einer namenlosen Frau (Tilda Swinton) begleitet in Form eines Monologs durch die Tage in einem einsamen Haus: Sie beobachtet wie die Zeit vergeht – neben den gepackten Koffern ihres Ex-Geliebten (der sie abholen soll, aber nie erscheint) und einem rastlosen Hund, der nicht versteht, dass sein Herrchen ihn verlassen hat. Zwei Lebewesen, konfrontiert mit dem Verlassenwerden. Es folgen drei Tage vergeblichen Wartens, in denen die sie nur einmal das Haus verlässt, um eine Axt und einen Kanister Benzin zu kaufen. Ihre Stimmung schwingt von Hilflosigkeit über Verzweiflung bis zum Kontrollverlust. In einem Moment perfekt angezogen, als würde die nächste Party warten, überlegt sie kurz darauf, sich vom Balkon zu stürzen. Als ihr Ex-Geliebter endlich anruft, liegt sie nach einem Medikamentencocktail bewusstlos auf dem Bett. Der Hund leckt ihr das Gesicht, bis sie wieder aufwacht und kurz darauf das Telefon erneut klingelt…
Eine ausführliche Besprechung der beiden Filme folgt. (cw/pm)
















