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Queere Flucht zu Fuß aus dem Gazastreifen
In ihrem neuen Dokumentarfilm "La Belle de Gaza" begleitet die französische Regisseurin Yolande Zauberman fünf palästinensische trans Frauen, denen die Flucht nach Tel Aviv geglückt ist. Hier ist der Trailer!
- 12. Mai 2024
Inspiriert wurde der Film, der vor Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas gedreht wurde, durch eine zufällige Begegnung. Für ihren Film "M" (2018) hatte Yolande Zauberman in Tel Aviv einige trans Statistinnen engagiert. Erst als sie zurück in Paris war, hörte sie, dass eine von ihnen zu Fuß von Gaza in die israelische Metropole geflüchtet sein soll. "Ich musste sie wiederfinden", setzte sie sich in den Kopf. "In meinem Kopf nannte ich sie 'Die Schöne aus Gaza'."
In ihre Doku lässt Zauberman die trans Frauen Talleen Abu Hanna, Israela, Nadine, Danielle und Nathalie zu Wort kommen. Sie alle sind aus den palästinensischen Gebieten nach Tel Aviv geflohen, um endlich ein offenes Leben führen zu führen. "Ihre gefährliche Reise zwischen diesen Welten bietet Einblicke in ihren Kampf um Selbstbestätigung inmitten von Konflikten und Unterdrückung", heißt es in der Beschreibung des Films.
Weltpremiere feiert "La Belle de Gaza" beim Filmfestival in Cannes, das am Dienstag eröffnet wird. Ebenfalls dort uraufgeführt wird die queere Musical-Komödie "Emilia Perez" des französischen Filmemachers Jacques Audiard (queer.de berichtete). Die Goldene Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhält die US-Schauspielerin Meryl Streep (queer.de berichtete). Die Jury steht in diesem Jahr unter Vorsitz von Greta Gerwig, die zuletzt mit "Barbie" Erfolg hatte.
Yolande Zauberman studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaft. 1987 drehte die Tochter polnischer Einwanderer*innen ihren ersten Dokumentarfilm "Classified People", mit dem sie Preise auf mehreren Festivals gewann und für einen César als Bester dokumentarischer Kurzfilm nominiert war. Ihr zweiter Dokumentarfilm "Caste criminelle" (1989) lief 1990 auf den Filmfestspielen von Cannes. Für ihren ersten Spielfilm "Moi Ivan, toi Abraham" wurde Zauberman 1993 in Cannes (gemeinsam mit "Der Duft der grünen Papaya") der Jugendpreis und auf dem Filmfestival Moskau der Goldene St. Georg verliehen. (mize)

















