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Tropischer Noir voller Begehren und Gewalt

Beim Filmfestival in Cannes feiert am 22. Mai Karim Aïnouz' neues queeres Meisterwerk "Motel Destino" seine Weltpremiere – ein deutscher Kinostart steht auch schon fest. Hier ist ein erster Teaser!

  • 17. Mai 2024

Das Motel Destino ist ein einsam gelegenes Stundenhotel an der nordbrasilianischen Küste, in grellen Neonfarben unter der grenzenlosen Weite des strahlend blauen Himmels. Hier strandet der junge Heraldo nach einem missglückten Raubüberfall auf der Flucht vor der Polizei und seinen eigenen Komplizen. Der ungehobelte, undurchsichtige Betreiber Elias und seine Frau Dayana stellen nicht viel Fragen, als Heraldo bei ihnen auftaucht: Für Elias kommt er als billige, ganz ans Motel gefesselte Arbeitskraft gelegen, und Dayana, zunehmend frustriert von der Enge ihres Lebens, ist fasziniert von dem seltsam naiven jungen Mann. Ein gefährliches Spiel beginnt, ein Tanz der Macht, des Begehrens, der Loyalitäten, der Liebe, ein Kräftemessen, in dem der Wunsch nach Freiheit immer drängender wird.

"Motel Destino", nominiert für die Queer Palm, ist ein tropischer Noir voller Licht und Körper, Sehnsucht, Begehren und Gewalt, mit den großartigen Igor Xavier, Nataly Rocha und Fabio Assunção in den Hauptrollen, beeindruckend gefilmt von Kamerafrau Hélène Louvart und montiert von Nelly Quettier. Nach "Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão" (2019), "Mariner of the Mountains" (2021) und "Firebrand" (2023) ist Karim Aïnouz nun zum vierten Mal auf dem Festival de Cannes vertreten. Vor zehn Jahren wurde sein schwules Beziehungsdrama "Futuro Beach" im Wettbewerb der Berlinale gezeigt.

Deutscher Kinostart von "Motel Destino" ist am 14. November 2024 im Verleih von Piffl Medien. Eine ausführliche Besprechung folgt.

Weltpremiere beim Filmfestival in Cannes feiert auch die Doku "La Belle de Gaza" über fünf trans Frauen, die aus dem Gazastreifen nach Tel Aviv geflüchtet sind (queer.de berichtete). Ebenfalls uraufgeführt wird die queere Musical-Komödie "Emilia Perez" des französischen Filmemachers Jacques Audiard (queer.de berichtete). Die Goldene Ehrenpalme für ihr Lebenswerk erhielt zur Eröffnung die US-Schauspielerin Meryl Streep (queer.de berichtete) .Die Jury steht in diesem Jahr unter Vorsitz von Greta Gerwig, die zuletzt mit "Barbie" Erfolg hatte. (cw)


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