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Lebensfroher Punk-Song über ein trans Coming-out

Die Band Weekly Carouse hat am Freitag gemeinsam mit der trans Aktivistin und Musikerin Stina Stereo die starke Selbstermächtigungshymne "Endlich bin ich ich" veröffentlicht.

  • 31. Mai 2024

Ausgerechnet eine kleine Band vom Dorf, die 30 Jahre auf dem Buckel hat, straft all diejenigen Lügen, die behaupten, Punkrock hätte nichts mehr zu sagen: mit einem Song über Transidentität und mit Unterstützung einer trans Aktivistin.

Als Weekly Carouse im Frühjahr 2024, dem Jahr ihres 30-jährigen Bestehens, neue Demos schreiben, sticht ein Song heraus. "Endlich bin ich ich" ist eine Selbstermächtigungshymne aus Sicht einer trans Person. Den Anstoß dazu gaben das Coming-out einer langjährigen Wegbegleiterin sowie die Geschichte des Kindes eines Freundes der Band.

Weekly Carouse selbst haben kein trans Bandmitglied. Und doch wollen sie einen Kommentar zu den immer hitziger werdenden Debatten abgeben, ein positives Statement dafür, dass bei trans Menschen – wie bei allen anderen auch – Würde und Persönlichkeitsrechte an erster Stelle kommen. Die Frage ist nur: Kann man das als Cis-Männer-Band machen? In der Ich-Perspektive?

Etliche Male überlegen Weekly Carouse hinzuschmeißen und das Thema zugunsten einer allgemeineren Aussage zu umschiffen. Die Lösung kommt in Form der erwähnten Wegbegleiterin: Stina Stereo ist nicht nur selbst Musikerin, sondern auch Germanistin und seit ihrer Transition eine meinungsstarke Aktivistin. Gemeinsam mit ihr entsteht eine überarbeitete Version des Textes. Sie ist außerdem Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin des Musikvideos, in dem sie die Geschichte ihrer persönlichen Transition erzählt:

Nach 20 Jahren des Versteckspiels vor mir selbst war mir klar, dass ich jetzt mein trans Coming-out haben werde, komme was wolle. Meinen Job habe ich nicht verloren; stattdessen sind musikalische und queerpolitische Aufgaben dazugekommen. Von Anfang an wollte ich aktivistisch tätig sein, damit sich andere nicht so lange verstecken müssen wie ich. Musik kann ein Teil des Aktivismus sein.

Deshalb – und weil sie eine leidenschaftliche (Jazz-)Trompeterin ist – ist Stina nun auch im Schlussteil des Songs an der Trompete zu hören. (cw/pm)
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