https://queer.de/v?1986
Ein Anti-Rechtsruck-Song, der unter die Haut geht
Schon mit seiner Band Seeed hat sich Frank Dellé klar gegen Faschismus, Rassismus und Homophobie positioniert – mit dem Charity-Track "Verloren" hält er dem ganzen Land nun einen Spiegel vor!
- 26. Juni 2024
"Was ist bloß mit uns passiert?", fragt sich Frank Dellé in der ersten Zeile seiner neuen Single. Natürlich eine rein rhetorische Frage, deren Antwort sich mit verstörender Deutlichkeit an den Ergebnissen der vergangenen Europawahl ablesen lässt. Eine Wahl, die die gesamte Nation tief in Schwarz und Blau gespalten hat.
Anschläge auf Politiker*innen, Andersdenkende und Angehörige von Minderheiten, brennende Flüchtlingsunterkünfte, Hakenkreuz-Schmierereien auf jüdischen Friedhöfen und Synagogen, unverhohlen im Club und auf Volksfesten gegrölte Fascho-Parolen oder geheime Hinterzimmer-Treffen, um über die Deportation von Menschen mit Migrationshintergrund zu beraten: Was nach Nazi-Deutschland Mitte der 1930er klingt, das gehört in der BRD 2024 längst zum Alltag. Eine Zeit, in der die gesellschaftlichen Gräben jeden Tag tiefer werden und rechtsextreme Verblender immer größeren Zulauf gewinnen, während sie ihren im Gleichschritt marschierenden Followern einfache Lösungen für komplexe Probleme verkaufen.
Mit seinem weltoffenen, multikulturellen Trademark-Sound aus Reggae, HipHop und Pop hat Dellé schon immer einen lebendigen Gegenentwurf zum dumpfen Ungeist rechter Gesinnung dargestellt – ob als zweiter Frontmann bei den Hauptstadt-Gringos von Seeed, mit denen der Musiker mit deutsch-ghanaischen Roots über eine Million Einheiten der mit Gold und Platin ausgezeichneten Alben verkauft hat, oder als gefeierter Soloartist, der sich durch Kollaborationen mit Acts wie Bootsy Collins, Gentleman, Patrice, Johnny Strange (Culcha Candela), Moderat oder dem Orchester Babelsberg einen internationalen Ruf erspielen konnte.
Statt generell zu verurteilen, möchte Dellé mit seinem Song zum Nachdenken anregen. "Verloren" ist ein unter die Haut gehender Aufruf zum ehrlichen Diskurs über dringende Themen wie Zugehörigkeit, Inklusion, Zusammenhalt und Widerstand.
Sämtliche Erlöse aus dem Release von "Verloren" kommen dem gemeinnützigen Verein PxP Embassy zugute. (cw/pm)










