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Jade Pearl Baker feiert die Dragkultur

Die erste Single "Celebrate the Queens" von Jade Pearl Baker ist eine Party-Hymne mit politischem Anspruch. Der Song feiert die legendäre Berliner Dragkultur, versteht sich aber auch als Warnung.

  • 19. Juli 2024

Die Single "Celebrate the Queens" ist Teil von Jade Pearl Bakers großer Theaterrevue "Drag. Glam.Berlin", die im letzten Herbst im Berliner BKA-Theater uraufgeführt wurde und dort ab dem 2. Oktober 2024 wieder zu sehen ist (queer.de berichtete). Komponiert hat den Song Florian Ludewig, der Text ist von Johannes Kram, arrangiert und produziert wurde er von Martin Rosengarten.

Die Single erscheint am 20. Juli und ist dann auf allen Musik-Streaming-Plattformen verfügbar. Eine Live-Präsentation findet am selben Abend auf dem Motzstraßenfest statt.

Jade Pearl Baker machte 2017 bundesweit mit ihren Gänsehaut-Auftritten bei der Pro7-Show "The Voice of Germany" Furore und beeindruckte den letzten Jahren in ganz unterschiedlichen Bühnenproduktionen. Im BKA-Theater starte sie ihre Drag-Karriere und hat dort bis heute ihre regelmäßige Show "Badeperle". Sie ist auch eine der Protagonist*innen des Theaterstücks "Ugly Ducklings" von Bastian Kraft, das seit 2019 weit über die queere Community hinaus gefeiert wird (queer.de berichtete).

"Berliner Drags, egal wie sie sich nannten, haben unsere Gesellschaft verändert und tun dies bis heute", sagt Jade Pearl Baker über ihre erste Single. "Doch für queere Menschen wird der Wind wieder rauer, das spüren wir auch in Berlin. Die reaktionären Kräfte, die weltweit die liberalen Gesellschaften angreifen, haben sich Dragqueens als Zielscheibe für ihren Kampf ausgesucht. Dagegen müssen wir uns wehren, wir müssen alle gemeinsam unsere Dragkultur schützen. Und das tun wir am besten, indem wir sie feiern."

Für den heute oft verwendeten Bezeichnung "Dragqueen" wurden und werden ganz verschiedene Begriffe benutzt. In Berlin wurde "Tunte" in den 1970ern zum politischen Kampfbegriff. Während der Aids-Krise entstand in den 1980ern um Pepsi Boston, Melitta Sundström, Ovo Maltine und viele andere die Szene der sogenannten Polittunten, in der viele queeren Strukturen und Einrichtungen entstanden, die heute noch das queere Berlin prägen. Auch viele der heutigen Berliner Dragqueens sehen sich in der Tradition der Polittunten. Wohl nirgendwo ist die Dragszene so politisch wie in Berlin.

In "Celebrate the Queens" heißt es:

Tunten, Transen, Fummeltrinen
Queens und Drags und Travestie
Stars und Sternchen und Ruinen
zwischen Abgrund und Magie
Alle einzig und verschieden
Jede einzlne das Gesicht Berlins
aufbegehrt und aufgerieben
Let us celebrate the queens!


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