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Zwischen Traurigkeit und Freiheitsdrang: "Der Gymnasiast"

Einer der Höhepunkte innerhalb der diesjährigen Reihe "RBB queer" ist am Donnerstag (25.7., 23:35 Uhr) die deutsche Erstausstrahlung des französischen Coming-of-Age-Films "Der Gymnasiast".

  • 24. Juli 2024

Der Spielfilm von Christophe Honoré (Originaltitel: "Le Lycéen") spielt in den französischen Alpen und in Paris – Newcomer Paul Kircher spielt die Hauptrolle, gewann dafür 2022 beim Festival von San Sebastian den Preis als bester Darsteller. Juliette Binoche spielt seine Mutter, Vincent Lacoste den großen Bruder. Honoré selbst ist kurz als Vater zu sehen.

Der 17-jährige Lucas, der mit seinem Freund Oscar rummacht, darin jedoch nicht die große Liebe sieht, hat schon zu Beginn mit seinem Vater einen Autounfall. Es scheint ein böses Omen, denn wenig später stirbt Lucas' Vater tatsächlich am Steuer seines Wagens.

Der Film zeigt eindrucksvoll die Wellen von Wut und Trauer, die tiefen Verletzungen, die einen nach einem Todesfall heimsuchen können. Mutter Isabelle, der in Paris lebende Künstler-Bruder Quentin, andere Verwandte – alle haben ihre eigene Art, mit dem Verlust umzugehen.

Zur Ablenkung besucht Lucas seinen Bruder in Paris, mit dem er ein Verhältnis zwischen Aggression und Zärtlichkeit, Distanz und Nähe, hat. Er beginnt, sich für Quentins Mitbewohner Lilio (Erwan Kepoa Falé) zu interessieren. In einer Kirche spricht Lucas mit einem Priester über die Auferstehung Jesu, hat aber auch ein anonymes Sexdate via Dating-App.

Regisseur Honoré zeigt mit diesem Werk erneut, wie sehr er ein Meister melancholischer Filme ist. "Der Gymnasiast" ist wohl sein bisher persönlichster Film, denn er verlor selbst als Teenager seinen Vater durch einen Unfall.

"Meine Filme haben sich schon oft mit Schande, Unabänderlichkeit und Bruchstellen beschäftigt, aber ich hätte niemals gedacht, dass ich eines Tages einen Film über den sonderbaren Zustand machen würde, in dem ich mich in den Monaten nach dem Tod meines Vaters befand", erklärte Honoré zum Film. "Seit 'Sorry Angel' habe ich versucht, an jedes neue Projekt mit gewissenhafter Aufrichtigkeit heranzugehen. Im Wesentlichen denke ich, dass Menschen Filme machen, weil sie tief in ihrem Inneren jemanden vermissen oder weil sie, entweder ganz heftig oder nur vage, eine Leere spüren, die sie mit einem Film zu füllen versuchen. Vielleicht habe ich meinen Vater damals noch heftiger vermisst." (mize/dpa)

Galerie:
Der Gymnasiast
10 Bilder

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