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Ein bemerkenswert sexpositiver Film kommt Ende des Jahres in die Kinos
In "Sebastian" erzählt der finnisch-britische Regisseur Mikko Mäkelä die Geschichte eines jungen Mannes, der sich sowohl in der Literaturszene als auch in der Escortwelt behaupten muss – und sich erst in letzterer wirklich findet.
- 07. August 2024
Tagsüber arbeitet Max bei einem Literaturmagazin, nachts lässt er sich unter dem Pseudonym "Sebastian" als Escort buchen. Seine Erfahrungen als Sexworker in London fließen in seine Kurzgeschichten ein, die immer mehr Leser*innen erfreuen. Für Max ist "Sebastian" ein Werkzeug, die eigene Literatur mit authentischen Erfahrungen zu grundieren. Offiziell ist alles natürlich reinste Fiktion. Doch während er versucht, sein Doppelleben geheim zu halten, muss Max sich langsam eingestehen, dass sich in der Rolle des Sexworkers nicht ganz falsch anfühlt.
Ohne die komplexen Mechanismen und Gefahren von Sexarbeit außer Acht zu lassen, ist "Sebastian" ein bemerkenswert sexpositiver Film, der in Transgression und Kinkyness Momente der Befreiung findet.
"Der Film ist im Kern das Porträt einer jungen kunstschaffenden Person, die nach ihrer Stimme sucht, und die Spannung zwischen einem authentischen Ausdruck des Selbst und Publikumserwartungen, den Schwierigkeiten junger Künstler*innen, die Kontrolle über ihre Geschichten zu behalten, und wie dies eine Person belasten kann, die für ihre Arbeit aus dem eigenen Leben schöpft", erklärte Mikko Mäkelä zu seinem Werk. "Untrennbar verbunden mit der Erkundung von (Auto)Fiktion im Film ist die Erforschung von Sexarbeit. Mit der Banalisierung physischer und digitaler Sexarbeit, die zunehmend wie eine Option neben vielen im Kontext der "Gig-Economy" einer Stadt wie London erscheint, wollte ich mir Sexarbeit als selbstbewusste Entscheidung anschauen, anstatt als einzigen Ausweg." Viel zu oft sei Sexarbeit im Kino problematisiert worden. "Es war nie meine Absicht, nur eine weitere traurige Sexarbeiter*innengeschichte zu erzählen, sondern eine sexpositive Geschichte, die sich mit der potentiell berauschenden Macht von dem auseinandersetzt, was als transgressive Sexualität betrachtet werden könnte – und von ihrem Potential als Ausdrucksmöglichkeit, Weg zur Selbsterkenntnis und Möglichkeit zur Selbstbestätigung."
Der queere Berliner Verleih Salzgeber zeigt das bewegende Werk von Mikko Mäkelä ("Die Hütte am See") im Dezember 2024 in der Queerfilmnacht. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)










