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"Die Liebe zu uns selbst ist der Anfang und das Ende"

Grußworte müssen nicht zwangsläufig langweilig, sie können sogar richtig bewegend sein. Das bewies der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano bei der Benefizgala "Gemeinsam bunt".

  • 20. September 2024

Bereits zum fünften Mal fand am 16. September die Berliner Benefizgala "Gemeinsam bunt" im Theater des Westens statt, die unter der Schirmfrauschaft u.a. von Polizeipräsidentin Barbara Slowik den Kampf gegen queerfeindliche Gewalt unterstützt. Zahlreiche Künstler*innen von Alphaville über Kim Fisher und MKSM bis zu Ensemble-Mitgliedern von "Ku'damm '59" traten auf, begleitet vom Landespolizeiorchester Brandenburg.

Doch schon bei den obligatorischen Grußworten, die ja nur bei den wenigsten Veranstaltungen das Publikum zu fesseln vermögen, kam es zu einem Highlight: Der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano nutzte seinen Auftritt auf der Bühne für eine pathetische und dennoch bewegende Hommage an die Liebe im Großen wie im Kleinen sowie eine schonungslose Abrechnung mit dem Zustand der Demokratie in Deutschland.

"Die Liebe zu uns selbst ist der Anfang und das Ende, sie ist der Schlüssel zu einem Leben in strahlender Freiheit", sprach Pantisano über die Bedeutung von Coming-out und queerer Sichtbarkeit. "Die Liebe zur eigenen Identität ist ein Akt der Rebellion und des Stolzes, eine Quelle schier unendlicher Stärke und Resilienz. Das ist elementar wichtig für unsere Vielfalt."

In seiner Rede dankte der Queerbeauftragte auch den Allys der LGBTI-Community: "Die Liebe für Menschenrechte ist nicht nur ein Akt der Solidarität, der Empathie und des Engagements – es ist vor allem die Symphonie unseres gemeinsamen Traumes nach einer freien, friedlichen, sicheren, gleichberechtigten, vielfältigen, demokratischen Welt."

Mit Bezug auf Neonazi-Aufmärsche beim CSD, islamistische Anschläge und zunehmenden Rassismus sagte Pantisano: "Lasst uns die Liebe gegen diese Erosion, dieses gesellschaftliche und politische Erdbeben einsetzen, welches wir gerade miterleben – als Schutzschild gegen Hass und Ablehnung, als Hoffnung für alle, die auf der Suche nach Freiheit und Akzeptanz sind."

Die komplette Rede hat die Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung am Donnerstag auf Youtube veröffentlicht. (mize)


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