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John Cranko: So verließ ihn seine große Liebe Alex
Der Kinofilm "Cranko" zeichnet ein einfühlsames Porträt des schwulen Star-Choreografen John Cranko (1927-1973), der viele private Krisen und Rückschlage erleiden musste. Wir haben einen bewegenden Filmausschnitt!
- 24. September 2024
Er war einer der größten Choreografen der Tanzgeschichte, ein Künstler, der, wie kein anderer, Bilder und Szenen für die großen Themen der Menschheit schuf: das Leben, das Lieben und das Sterben. Sein Name steht für einen Erfolg, den man überall auf der Welt als das "Stuttgarter Ballettwunder", als historisches Ereignis der Kunst, feiert: John Cranko.
Stuttgart 1960 – als der Choreograf John Cranko mit dem Flugzeug landet, ahnt er nicht, dass dieser Moment sein Leben verändern wird. Er soll am Stuttgarter Ballett als Gast choreografieren. In London, wo er aufgrund seiner Homosexualität zahlreiche Demütigungen bis hin zu einem Arbeitsverbot ertragen musste, hält ihn nichts mehr.
In der beschaulichen Stadt erholt sich John Cranko von den erniedrigenden Erfahrungen, niemand scheint sich an seinem unkonventionellen Lebensstil zu stören. Er wird nach kurzer Zeit Ballettdirektor, Liebling des Publikums, gibt sich seiner Kunst und einem berauschenden Lebensstil hin, hat Affären, durchleidet private Rückschläge und tiefe Krisen, führt sein Büro in der Theater-Kantine und bezeichnet seine Kompanie als "seine Kinder".
Der rasante und steile Aufstieg bis zur Weltspitze machen John Cranko zu einem Superstar seiner Zeit. Angetrieben von der Besessenheit und Leidenschaft für seine Arbeit ist er immer auf der Suche nach Perfektion. Am Höhepunkt seiner Karriere stirbt er, unerwartet und viel zu jung, auf dem Rückflug von einer Tournee seiner Kompanie aus den USA, inmitten seiner Tänzer*innen, die mit ihm an Bord waren.
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Mit Sam Riley in der Hauptrolle erzählt Regisseur Joachim A. Lang in "Cranko" das zutiefst menschliche Drama eines Popstars des Balletts. Er beschreibt die Höhen und Tiefen im Leben einer einsamen, fragilen Seele, auf der Suche nach Liebe und Anerkennung und begleitet den unbequemen Geist eines geradezu besessenen Ausnahmekünstlers, der für seine Visionen kompromisslos und selbstzerstörerisch nach künstlerischer Perfektion strebt. Dabei erwachen die bis heute wegweisenden Choreografien Crankos in den anmutigen, melancholischen und berauschenden Tanzszenen auf der großen Leinwand zu neuem Leben und beweisen: Er hat die Emotionen in den Tanz gebracht.
Port au Prince Pictures bringt "Cranko" am 3. Oktober 2024 deutschlandweit in die Kinos. Alle offiziellen Szenenbilder zeigen wir in der unten verlinkten Galerie. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)










