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Die Rückkehr von Winnetouch

Wird die Fortsetzung so klischeehaft wie der "Der Schuh des Manitu"? Im ersten Trailer zu Bully Herbigs neuer Komödie "Das Kanu des Manitu" gibt es auch ein Wiedersehen mit Abahachis schwulem Zwillingsbruder Winnetouch.

  • 04. Januar 2025

Erst am 14. August 2025 kommt "Das Kanu des Manitu" in die Kinos – doch Michael Bully Herbig (56) sorgt schon jetzt für Gesprächsstoff. Ende Dezember hat Constantin Film den ersten Trailer zur Fortsetzung von "Der Schuh des Manitu" (2001) veröffentlicht.

"Demnächst im Wilden Westen", heißt es zu Beginn im Teaser. Eine Anspielung auf "Once upon a Time in the West", den englischen Titel des Westernklassikers "Spiel mir das Lied vom Tod". Dann sehen wir den von Bully Herbig gespielten Abahachi, der offenbar eine Art Medizinfrau befragt. Die sieht in der Zukunft "eine enge Verbindung, eine Blutsbrüderschaft".

Gemeint ist natürlich die Freundschaft zu Ranger (Christian Tramitz, 69). Auch wenn es zwischen dem Apachen-Häuptling und dem Cowboy Kommunikationsprobleme gibt: "Wir müssen mehr miteinander reden", fordert Abahachi. Später verspricht die Seherin "das größte Abenteuer aller Zeiten". Obwohl Abahachi nur die Wettervorhersage für morgen wissen wollte.

Worin das "größte Abenteuer aller Zeiten" besteht, verrät auch der Trailer nicht. Details zur Handlung sind noch geheim. Bekannt ist nur eine rudimentäre Story: Ranger und Abahachi werden von Gangstern, die in den Besitz des legendären Kanu des Manitu gelangen wollen, an den Galgen geliefert.

Doch sie werden von Dimitri gerettet. Der von Rick Kavanian (53) verkörperte Grieche ist wie Ranger und Abahachi ebenfalls im Trailer zu sehen. Alle drei Hauptfiguren aus "Der Schuh des Manitu" haben sich von ihrem Outfit her kaum verändert.

Der Teaser bietet ebenfalls ein Wiedersehen mit Abahachis schwulem Zwillingsbruder Winnetouch (ebenfalls Herbig), wenn auch nur für eine Sekunde. In Action sehen wir auch neue Figuren. Jasmin Schwiers (42) gibt als Dimitris "Fachkraft" in einer Kutsche Gas. Jessica Schwarz (47) wirkt am Spieltisch genauso taff.

Neu dabei sind auch drei Musketiere, die als Verbündete der Helden auftauchen. Mit ihnen zitiert Winnetouch im Video den berühmten "Nein – Doch – Ohh"-Gag aus "Hasch mich – Ich bin der Mörder" mit Louis de Funès (1914-1983). Ansonsten gibt es eine Mischung aus Action und Albernheiten.

Spannend bleibt, ob Herbig aus der Kritik an seinem tuntigen Schwulenklischee in "Der Schuh des Manitu" gelernt hat. In seinem Buch "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber… – Die schrecklich nette Homophobie in der Mitte der Gesellschaft" wirft Johannes Kram dem Originalfilm vor, Klischees kultiviert und lange dafür gesorgt zu haben, dass queere Belange nicht ernst genommen wurden. "Deutschland kann endlich über sich selber lachen, bildete es sich damals ein. Dabei lachte es vor allem über Homosexuelle, besser gesagt tuntige Schwule." Wer das aber sage, gelte als Spielverderber, so die These.

Kram sieht beim "Schuh des Manitu" humortechnisch "eine Renaissance des Schenkelklopferspaßes der Wirtschaftswunderzeit". Bullys Tuntenparodien seien im Gegensatz zu anderen Schwulenwitzen rund um das Jahr 2000 – etwa von Stefan Raab oder Oliver Pocher – oft fein beobachtet und gekonnt gespielt. Dennoch dränge sich der Verdacht auf, dass man in der damals rot-grünen Republik mit der neuen Eingetragenen Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule irgendwie erwartete, dass die Homosexuellen nun zufrieden sein müssten und gefälligst bei ihrer Lächerlichmachung mitlachen sollten (queer.de berichtete).

Den Vorwurf der Homophobie hatte Bully Herbig in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgewiesen. "Die Figur 'Winnetouch' ist definitiv 'Everybody's Darling'. Er ist weder verletzend noch sexistisch und nicht auf den Kopf gefallen wie die doofen Cowboys. Im Gegenteil, er ist der Cleverste von allen", sagte er 2021 in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" (queer.de berichtete). "Wir hatten immer schwule Kollegen im Team, und wir konnten immer gemeinsam darüber lachen."

In einem Interview im September 2022 meinte Herbig allerdings, dass er "Der Schuh des Manitu" nicht mehr so drehen würde. "Die Comedy-Polizei ist so streng geworden", kritisierte er in der Radio-Bremen-Talkshow "3 nach 9". Er habe in der heutigen Zeit das Gefühl, dass man mit einer Komödie "sehr schnell Leuten auf die Füße tritt" (queer.de berichtete). (cw/spot)


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