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Folgenschweres Coming-out eines Nationalhelden
"Mel" ist der erste queere Film, der in Armenien staatlich gefördert wurde. Das Gorki Theater bringt die bewegende Doku über den trans Gewichtheber Mel Daluzyan nach Berlin.
- 08. Mai 2025
Mel Daluzyan wurde einst vom armenischen Volk verehrt, nachdem er 2006 – noch vor seiner Transition – eine Medaille bei den Weltmeisterschaften im Gewichtheben gewann. Doch nach seinem Coming-out als trans wurde er zum Außenseiter.
Mel hatte sich schon lange Zeit als männlich identifiziert und dies vor seiner Familie und im Sport verheimlicht. Als er sich die Haare kurz schnitt, verlangte sein Trainer, dass er sie wachsen ließ, sich die Arme rasierte und Make-up trug. Jedes Mal, wenn Mel eine Medaille gewann, fühlte er sich, als sei es jemand anderes, dem das Land zujubelte. Die Zeit war um.
Unter der Regie von Paul Cohen und Inna Sahakyan begleitet "Mel" den Titelhelden, bevor und nachdem er mit seiner Freundin Lillit in die Niederlande flüchtet. Der Dokumentarfilm zeigt die Unterdrückung, der queere Menschen in der armenischen Gesellschaft ausgesetzt sind, und feiert gleichzeitig den Mut des Protagonisten.
Am Samstag, den 24. Mai 2025 wird "Mel" um 19 Uhr im Rahmen des Festivals "100 + 10 – Armenian Allegories" im Berliner Maxim Gorki Theater gezeigt, anschließend findet dort ein Gespräch mit Mel Daluzyan statt. Tickets sind online erhältlich. (cw/pm)











