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Winnetouch: Von der Puder-Rosa- zur Rosa-Rumba-Ranch

Hat Bully Herbig aus der Kritik an seinem tuntigen Schwulenklischee in "Der Schuh des Manitu" gelernt? Der neue Trailer zur Fortsetzung "Das Kanu des Manitu" lässt wenig hoffen.

  • 26. Mai 2025

Erst am 14. August 2025 kommt "Das Kanu des Manitu" in die Kinos – doch Michael Bully Herbig (56) sorgt schon seit Wochen für Gesprächsstoff. Am Montag hat Constantin Film einen offiziellen neuen Trailer zur Fortsetzung von "Der Schuh des Manitu" (2001) veröffentlicht.

Für den Inhalt der Komödie zitieren wir den Pressetext:

Abahachi, der Häuptling der Apachen (Michael Bully Herbig), und sein weißer Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) kämpfen unermüdlich für Frieden und Gerechtigkeit – doch eine neue, aufstrebende Bande macht ihnen das Leben besonders schwer! Sie locken Abahachi und Ranger in eine Falle, um an das sagenumwobene "Kanu des Manitu" zu gelangen. Erst in letzter Sekunde können sie von ihrem treuen Weggefährten, dem liebenswerten Griechen Dimitri (Rick Kavanian), und seiner neuen Fachkraft Mary (Jasmin Schwiers) gerettet werden. Doch wie sich herausstellt, war das alles Teil eines großen Plans und auch erst der Anfang. Mit vereinten Kräften (und allerlei Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen) stürzen sich die Helden in ihr größtes Abenteuer – und finden überraschende Antworten auf die allerwichtigsten Fragen des Lebens!

Was auffällt: Alle drei Hauptfiguren aus "Der Schuh des Manitu" haben sich von ihrem Outfit her kaum verändert. Der Trailer bietet zudem ebenfalls ein Wiedersehen mit Abahachis schwulem Zwillingsbruder Winnetouch (ebenfalls Herbig), der nun statt der Beautyfarm Puder-Rosa-Ranch die Tanzschule Rosa-Rumba-Ranch betreibt.

Neu dabei sind auch drei Musketiere, die als Verbündete der Helden auftauchen. Mit ihnen zitiert Winnetouch im Video den berühmten "Nein – Doch – Ohh"-Gag aus "Hasch mich – Ich bin der Mörder" mit Louis de Funès. Ansonsten gibt es eine Mischung aus Action und noch mehr Albernheiten.

Der Trailer lässt kaum hoffen, dass Herbig aus der Kritik an seinem tuntigen Schwulenklischee in "Der Schuh des Manitu" gelernt hat. In seinem Buch "Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber… – Die schrecklich nette Homophobie in der Mitte der Gesellschaft" wirft Johannes Kram dem Originalfilm vor, Klischees kultiviert und lange dafür gesorgt zu haben, dass queere Belange nicht ernst genommen wurden. "Deutschland kann endlich über sich selber lachen, bildete es sich damals ein. Dabei lachte es vor allem über Homosexuelle, besser gesagt tuntige Schwule." Wer das aber sage, gelte als Spielverderber, so die These.

Kram sieht beim "Schuh des Manitu" humortechnisch "eine Renaissance des Schenkelklopferspaßes der Wirtschaftswunderzeit". Bullys Tuntenparodien seien im Gegensatz zu anderen Schwulenwitzen rund um das Jahr 2000 – etwa von Stefan Raab oder Oliver Pocher – oft fein beobachtet und gekonnt gespielt. Dennoch dränge sich der Verdacht auf, dass man in der damals rot-grünen Republik mit der neuen Eingetragenen Lebenspartnerschaft für Lesben und Schwule irgendwie erwartete, dass die Homosexuellen nun zufrieden sein müssten und gefälligst bei ihrer Lächerlichmachung mitlachen sollten (queer.de berichtete).

Den Vorwurf der Homophobie hatte Bully Herbig in den vergangenen Jahren immer wieder zurückgewiesen. "Die Figur 'Winnetouch' ist definitiv 'Everybody's Darling'. Er ist weder verletzend noch sexistisch und nicht auf den Kopf gefallen wie die doofen Cowboys. Im Gegenteil, er ist der Cleverste von allen", sagte er 2021 in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" (queer.de berichtete). "Wir hatten immer schwule Kollegen im Team, und wir konnten immer gemeinsam darüber lachen."

In einem Interview im September 2022 meinte Herbig allerdings, dass er "Der Schuh des Manitu" nicht mehr so drehen würde. "Die Comedy-Polizei ist so streng geworden", kritisierte er in der Radio-Bremen-Talkshow "3 nach 9". Er habe in der heutigen Zeit das Gefühl, dass man mit einer Komödie "sehr schnell Leuten auf die Füße tritt" (queer.de berichtete). (cw)


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