https://queer.de/v?233
Ukraine: Präsident stellt sich Homo-Hasser entgegen
Wolodymyr Selenskyj macht klar: Auch sexuelle Minderheiten gehören zur Ukraine dazu.
- 15. Oktober 2019,

Quereinsteiger Wolodymyr Selenskyj ist seit Mai diesen Jahres Präsident eines Landes, das teilweise von Russland besetzt wird (Bild: U.S. Embassy Kyiv Ukraine / flickr)
Es ist selten, dass sich osteuropäische Staats- oder Regierungschefs öffentlich für LGBTI-Rechte einsetzen. Vor wenigen Tagen hat aber der neue ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf beeindruckende Weise einen Homo-Hasser in die Schranken gewiesen. In einer rekordverdächtigen 14-stündigen Pressekonferenz am 10. Oktober sprach er mit 300 Journalisten über eine Reihe von Themen, als er von einem homophoben Zwischenrufer unterbrochen wurde.
Der ältere Mann, der ein Kruzifix um den Hals trug, forderte mit aufgeregter Stimme ein Ende des "George-Soros-Programms des Komitees der 300", das unter anderem die "Perversität der Homosexualität" fördere.
(Zum Hintergrund: Über George Soros, einen jüdischer Investor und Philanthropen aus den Vereinigten Staaten von Amerika, gibt es in osteuropäischen Ländern viele antisemitische Verschwörungstheorien. Eine davon ist, dass Soros über das "Komitee der 300" die Welt kotrollieren will. Unter Berufung auf Soros hat die rechtspopulistische Regierung in Ungarn etwa Geschlechterforschung an Universitäten verboten).
Selenskyj hörte dem Zwischenrufer entspannt zu, bevor er antwortete, dass er Soros nicht kenne und deshalb nichts dazu sagen könne. Beim Thema der queeren Minderheitenrechte zeigte er sich dann leidenschaftlich: "Über LGBT: Ich will nichts Negatives sagen, weil wir alle in einer offenen Gesellschaft leben, in der es egal ist, welche Sprache man spricht, welchen ethnischen Hintergrund und welche sexuelle Orientierung man hat. Lasst diese Leute um Gottes Willen in Frieden leben."
/ MaximEristavi | Journalist Maksym Eristavi teilte den Clip mit englischen UntertitelnThat viral video of Ukraines President @ZelenskyyUa powerfully shutting down a homophobic heckler now with more context by @Hromadske. A rare public exhibit of passion in defending progressive values by a European leader these days pic.twitter.com/v2uiEq5Ae4
Maksym Eristavi (@MaximEristavi) October 13, 2019
|
Selenskyj ist erst seit Mai 2019 Präsident der Ukraine. Er ist ursprünglich Schauspieler und Komiker, der vor 13 Jahren durch seine Teilnahme an der ukrainischen Version von "Let's Dance" Berühmtheit erlangte. Derzeit muss er gegen seinen ersten Skandal kämpfen: In einem Telefongespräch forderte ihn US-Präsident Donald Trump auf, Ermittlungen gegen den Sohn seines möglichen Präsidentschafts-Gegenkandidaten Joe Biden aufzunehmen, der Verbindungen zu einer ukrainischen Firma hatte. Trump drohte offenbar indirekt, ansonsten keine US-Fördergelder fließen zu lassen. In den USA nahm die Opposition den Ukraine-Skandal zum Anlass, ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump zu prüfen. Auch Selenskyj wurde kritisiert, weil er offenbar der Forderung von Trump nicht widersprach. (dk)


















Gerade deswegen ist es anerkennenswert und sehr mutig!
Wahrscheinlich hat ihn seine jüdische Herkunft sensibilisiert.