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Queere Liebe im Abschiebezentrum
In ihrem sehr persönlichen Spielfilmdebüt "Dreamers" rückt Joy Gharoro-Akpojotor das Schicksal zweier Frauen in den Fokus, die gemeinsam der trostlosen Maschinerie des Asylsystems trotzen. Jetzt gibt es einen Trailer!
- 26. Oktober 2025
Nachdem sie zwei Jahre illegal im Vereinigten Königreich gelebt hat, wird Isio (Ronkẹ Adékọluẹ́jọ́) in das Abschiebezentrum von Hatchworth eingewiesen. Sie hofft, dass ihr Asylantrag schnell bewilligt wird und sie ihr altes Leben wieder aufnehmen kann.
Ihre Zimmergenossin Farah (Ann Akinjirin) hat weniger Vertrauen ins System und schmiedet mit ihren Freundinnen bereits einen Fluchtplan. Zeit vergeht und im Chaos des Zentrums finden die beiden Frauen zueinander. Ein kleines Stück Glück wird immer größer, Hoffnung keimt. Doch dann wird Farahs Asylantrag abgelehnt.
In ihrem Spielfilmdebüt "Dreamers" rückt die in Nigeria geborene britische Regisseurin, Autorin und Produzentin Joy Gharoro-Akpojotor das Schicksal zweier Frauen in den Fokus, die gemeinsam der trostlosen Maschinerie des Einwanderungssystems trotzen. Das Drama, das am vergangenen Wochenende beim Hamburg International Queer Film Festival als bester Spielfilm ausgezeichnet wurde, erschafft einen komplexen und seltenen Blick in das innere System eines Abschiebezentrums – und stellt ihm den rebellischen Lebensmut der Insassinnen gegenüber. Sie kämpfen für ein besseres Leben, für Sicherheit und füreinander. Immer im festen Glauben an die Freiheit und die Liebe.
"Dies ist keine Geschichte darüber, was es bedeutet, eine Immigrantin zu sein, oder darüber, wie schrecklich das Migrationssystem ist, auch wenn es der Wahrheit entspricht", erklärte Joy Gharoro-Akpojotor zum Film. "Es ist eine Geschichte über zwei Frauen, die trotz einer ungewissen Zukunft am unwahrscheinlichsten aller Ort Liebe finden. Es ist eine Geschichte über den Glauben an die Liebe, auch wenn sie unerreichbar scheint. Es ist eine Geschichte über Hoffnung und Freund:innenschaft."
Der Spielfilm ist von persönlichen Erfahrungen inspiriert. "Als ich 24 war, beantragte ich Asyl und musste im Zuge dessen meine queere Identität beweisen", teilte die Regisseurin mit. "Ich war damals eine jener, die Glück gehabt haben."
"Dreamers" läuft im Dezember 2025 in der Queerfilmnacht. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)
















