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Kein Geld, kein Himmel: Tina Turnup kämpft für Außenseiter*innen
Mit der EP "PARAdies" feiert die Freiburger Rapperin Tina Turnup ihr offizielles Debüt als Solo-Artist – zum Titeltrack gibt es auch ein starkes Musikvideo.
- 17. November 2025
Mit ihrem Track "Intro" hat Tina Turnup Anfang Oktober ein beeindruckendes Solo-Debüt hingelegt und für eben jene mystisch aufgeladene Atmosphäre gesorgt, die der Eintritt in ihr "PARAdies" erfordert. Die neue Veröffentlichung erscheint independent und ist nicht nur Tina Turnups erste eigene EP – das fünf Tracks umfassende Release verkörpert jede Faser ihrer künstlerischen Identität.
Nachdem das "Intro" die Stimmung vorgegeben hat, skizziert der Titeltrack der EP mit einer mantraartigen Hook und scharf geschossenen Rap-Parts die ambivalente Essenz des gesamten Werks. "PARAdies", ein Wortspiel aus "Para" (Geld) und dem Paradies als religiöses Versprechen, rechnet mit dem Mythos ab, Glück sei käuflich – gleichzeitig beleuchtet der Song die knallharte Realität, in der das Paradies genau denjenigen verwehrt bleibt, die sowieso schon nichts haben.
Kauf es auch unendlich
in dei'm Zimmer seelig
Kinderhände nähen es
du weißt wo das Cash liegt
Weiße Männer zählen es
Auf "INSTAcaine" hingegen sorgt Tina Turnup mit sanfter Stimme und melancholischem Beat für einen träumerischen, comfy Vibe, während sie sich einem prägenden Thema unserer Zeit annimmt: Die immer weiter steigende Sucht nach Handykonsum und Social Media, die uns Gemeinschaft vorgaukelt, während wir immer mehr vereinsamen.
Mit "Lovestory Gone Wrong" folgt nun Tinas persönlichster Song, auf dem sie eigens erlebte Erfahrungen mit häuslicher Gewalt in Form von empowernden, lyrischen Bildern und unmissverständlichen Ansagen in einen künstlerischen Akt der Befreiung verwandelt. Damit will sie nicht nur sich selbst ermächtigen, sondern ebenso bedingungslose Solidarität mit allen Betroffenen von Gewalt jeglicher Form klarstellen.
Der letzte Track auf "PARAdies" greift diesen unumgänglichen Wunsch erneut auf und legt ihn in eine kraftvolle, wütende und empowernde Dynamik. So liefert Tina Turnup mit "Wir sind laut" eine kämpferische Hymne, die uns alle daran erinnern soll, unaufhörlich gegen Ungerechtigkeiten die Stimme zu erheben.
Das eigens kreierte Genre "Witch-Trap" fängt sowohl Tinas unverkennbare Trap-Ästhetik und die mantraartigen, nahezu spirituellen Chants, als auch das basslastige, düstere Soundbild und die R&B-Vocals ein. Nicht zuletzt hat auch die Bezeichnung selbst eine große Bedeutung für die Freiburger Newcomerin: "Für mich ist das Hexenbild eine Metapher für alle, die über Jahrhunderte zum Schweigen gebracht wurden – Frauen, queere Menschen, Außenseiter*innen. In meiner Musik holen wir uns diese Stimme zurück." (cw/pm)
Links zum Thema:
» Die EP "PARAdies" bei amazon music
» Tina Turnup auf Instagram
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