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"Seht ihr denn nicht, dass sie eine Lesbe ist?"

Seit Weihnachten läuft das bewegende Coming-out-Drama "Die jüngste Tochter" bundesweit im Kino. Wir zeigen einen weiteren Ausschnitt!

| Szene aus "Die jüngste Tochter"
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  • 28. Dezember 2025

Die 17-jährige Fatima ist die jüngste von drei Töchtern einer französisch-algerischen Familie, die in einem Pariser Vorort lebt. Sie spielt leidenschaftlich Fußball, verbringt ihre Zeit in der Schule mit den prahlerischsten Jungen der Klasse und hat einen festen Freund, der bereits von Heirat spricht. Doch hinter der Fassade eines scheinbar klaren Lebensentwurfs verbirgt sich ein Geheimnis: Fatimas Begehren gilt Frauen. Ein Umstand, für den es in ihrem Umfeld keinen Platz zu geben scheint. Unser Filmausschnitt zeigt, wie die Teenagerin von einem gemobbten Mitschüler geoutet wird: "Seht ihr denn nicht, dass sie eine Lesbe ist?!"

Mit dem Beginn eines Philosophiestudiums in Paris öffnet sich für Fatima ein neuer Erfahrungsraum. Die Distanz zum Elternhaus und die Begegnung mit anderen Lebensentwürfen lassen Fragen nach Identität, Glauben und Selbstbestimmung drängender werden. Zwischen familiären Traditionen, religiöser Sozialisation und dem Wunsch nach persönlicher Freiheit steht sie vor der Aufgabe, einen eigenen Weg zu finden, ohne sich selbst zu verleugnen.

"Die jüngste Tochter" basiert auf dem autofiktionalen Debütroman von Fatima Daas aus dem Jahr 2020 und ist der dritte Spielfilm der französischen Drehbuchautorin und Regisseurin Hafsia Herzi, die zuvor unter anderem "Du verdienst eine Liebe" und "Eine gute Mutter" realisierte. Mit großer Nähe zur Hauptfigur begleitet der Film das sexuelle Erwachsenwerden einer jungen Frau und ihre Suche nach einem Platz in der Welt. Herzi inszeniert mit Zärtlichkeit und Zurückhaltung, scheut jedoch nicht vor emotionalen und gesellschaftlichen Tabus zurück.

Der überwiegend mit Laiendarsteller*innen besetzte Film entfaltet eine stille Wucht, die ihn in die Tradition des queeren Autorenkinos stellt, etwa von "Blau ist eine warme Farbe", "Porträt einer jungen Frau in Flammen" oder "Moonlight". In der Hauptrolle überzeugt Nadia Melliti in ihrem ersten Kameraauftritt mit einer kraftvoll kontrollierten Präsenz. Für ihre Darstellung wurde sie bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo der Film zwölfminütige Standing Ovations erhielt, als beste Darstellerin ausgezeichnet. Zudem gewann "Die jüngste Tochter" die Queer Palm (queer.de berichtete). (cw/pm)

Galerie:
Die jüngste Tochter
5 Bilder

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