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Queere Kunst kann eine Waffe sein
Wie hat der Krieg die queere Community in der Ukraine verändert? Dieser Frage geht der neue Dokumentarfilm "Queens of Joy – Queerer Kampf für Freiheit" nach.
- 04. Januar 2026
Der Dokumentarfilm "Queens of Joy" porträtiert drei Menschen aus der Ukraine, die mit einer Drag-Show für Solidarität und Widerstand kämpfen: Monroe, eine trans Aktivistin, der als Marlen Skandal bekannte Oleksandr Danilin und der Soldat Artur Ozerov mit dem Künstlernamen Aura. Das bunte Trio beweist: Kunst kann eine Waffe sein – gegen Unterdrückung und für eine offene Gesellschaft.
Der Euromaidan 2013 war ein Wendepunkt: Die Ukraine strebt seither eine Annäherung an Europa an, mit Fortschritten bei Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit. Russland reagierte mit Propaganda – etwa der Behauptung, die Ukraine fördere "massive Homosexualität". Dieses Narrativ diente 2014 unter anderen als Vorwand für die Annexion der Krim, begründet mit dem Schutz "christlicher Werte".
Doch während LGBTI in der Ukraine jahrzehntelang diskriminiert, in den Medien diffamiert, im Militär schikaniert wurden, ändert sich seit dem Krieg etwas: Viele queere Menschen kämpfen heute in der Armee, Seite an Seite mit denen, die sie einst ausgrenzten. Auch Monroe, Aura und Marlen Skandal bleiben trotz der Bedrohung im Land und organisieren eine Benefiz-Show, um die Truppen zu unterstützen.
Regisseurin Olga Gibelinda gelingt dank ihres engen Kontakts zur Community ein intimer Einblick in eine Gesellschaft im Wandel. Ihr Film zeigt: Gerade die Werte, die Russland bekämpft – Inklusion, Selbstbestimmung, humanistische Werte -, werden im Krieg zur Triebkraft des Widerstands. Heute verteidigen queere Menschen nicht nur die Ukraine, sondern auch die Vision eines Landes, in dem sie endlich gleichberechtigt sind.
Nach Fertigstellung des Films erkrankte Oleksandr Danilin alias Marlen Skandal schwer und starb am 11. September 2025 an den Folgen einer Operation.
Die einstündige Dokumentation wird am Dienstag, den 20. Januar 2026 um 23.30 Uhr auf Arte gezeigt. Bereits ab 13. Januar kann sie auf arte.de gestreamt werden. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)
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