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Bisexueller Polizist rettet illegalen Flüchtling
Mit "Zwischen uns das Meer" kommt im April ein emotionales queeres Melodram über Migration, Identität und die Frage, was es bedeutet, irgendwo anzukommen, in die deutschen Kinos. Hier ist der Trailer!
- 10. März 2026
Marseille, Anfang der 1990er Jahre. Der 27-jährige Nour ist illegal aus Marokko nach Frankreich gekommen. Gemeinsam mit Freund*innen schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs und kleinen Geschäften durch. Zwischen Hoffnung, Nachtleben und dem permanenten Gefühl der Unsicherheit lebt er ein Leben am Rand der Gesellschaft – zugleich frei und fragil.
Als Nour Serge begegnet, einem charismatischen und zugleich unberechenbaren bisexuellen Polizisten, verändert sich sein Leben grundlegend. Serge bewegt sich zwischen Macht und Schutz, Nähe und Kontrolle. Durch ihn lernt Nour auch dessen Frau Noémie kennen. Zwischen den drei entsteht eine Beziehung, die alles in Bewegung bringt: ein Geflecht aus Begehren, Abhängigkeit und Sehnsucht.
Über ein Jahrzehnt hinweg begleitet der Film Nour durch Liebe, Verlust, Freundschaft und das langsame Erwachsenwerden im Exil. Während Marseille zur pulsierenden Bühne seiner Erfahrungen wird, muss er erkennen, dass Exil nicht nur ein Ort, sondern ein Zustand ist – und dass Zugehörigkeit manchmal weniger mit Ländern zu tun hat als mit Menschen.
Für Autor und Regisseur Saïd Hamich Benlarbi steht im Zentrum des Films nicht die Migration als politisches Thema, sondern als intime Erfahrung. Inspiriert von seiner eigenen Geschichte und den Lebenswegen von Menschen aus der maghrebinischen Community in Marseille, verbindet er gesellschaftliche Realität mit einer poetischen, sinnlichen Bildsprache und erzählt die Geschichte wie einen Bildungsroman über Zeit, Beziehungen und Identität.
"Zwischen uns das Meer" feierte seine Weltpremiere bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2024 in der Sektion Semaine de la Critique (Special Screening) und war dort für den queeren Filmpreis Queer Lion nominiert. Deutscher Kinostart ist am 23. April 2026. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw/pm)










