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Ein Song über transfeindliche Gewalt sorgt für Kontroversen
Im neuen Track "Tiffany" von US-Rapper YG wird eine trans Frau nach ihrem Coming-out von ihrem Date beinahe umgebracht. Der Song stößt auf geteilte Reaktionen.
- 25. Juni 2026
Der US-Rapper YG hat mit dem Track "Tiffany" von seinem neuen Album "The Gentleman's Club" eine breite gesellschaftliche Diskussion über Transfeindlichkeit, Gewalt und die Darstellung von trans Menschen in der Popkultur ausgelöst. Das Album erschien am vergangenen Freitag.
Der knapp siebenminütige, von Ty Dolla $ign produzierte Track schildert in Erzählform, wie ein Mann namens Chris und die titelgebende Tiffany sich in einer Clubnacht näherkommen. Kurz bevor beide bei ihm zu Hause Sex haben, outet sich Tiffany als trans Frau. Daraufhin beschreibt YG, wie Chris sie mit falschen Pronomen anspricht, ihr Manipulation vorwirft und sie in blinder Wut verprügelt, beinahe sogar erschießt. Am Ende des Songs kommt Tiffany selbst zu Wort und spricht über ihre diskriminierenden Erfahrungen.
Der Song stößt auf geteilte Reaktionen. Befürworter*innen loben seine Storytelling-Fähigkeiten und den Mut, Transphobie und toxische Männlichkeit im Mainstream zu thematisieren. YG mache auf eine gefährliche Realität aufmerksam, der trans Frauen – vor allem Schwarze trans Frauen – täglich ausgesetzt sind.
Aus Teilen der trans Community kommt jedoch auch scharfe Kritik. YG verstärke langlebige Stereotype, die zu Diskriminierung beitragen, meint etwa die trans Aktivistin Kat Blaque in einem TikTok-Video. Der Track fördere den Mythos, trans Frauen würden hetero Männer absichtlich "austricksen", um Sex zu erschleichen – eine Erzählung, die in der Realität kaum vorkomme, aber regelmäßig dazu benutzt werde, transfeindliche Gewalt im Nachhinein zu rechtfertigen.
Musikkritiker*innen vergleichen "Tiffany" mit Kendrick Lamars umstrittenem Track "Auntie Diaries" – einem anderen Song, in dem ein Schwarzer cis Mann mit der Frage kämpft, trans Frauen gegenüber Empathie aufzubringen, ohne dabei seine eigenen Vorurteile zu überwinden.
Dass der Song ausgerechnet während des Pride Month erscheint und zeitgleich mit einer auffälligen Häufung von Morden an trans Menschen in den USA, sorgt ebenfalls für negative Reaktionen. YG hat sich bislang nicht öffentlich zu der Kritik geäußert. (cw)










