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Ein Roadmovie voller queerer Zwischentöne
Im neuen Kinofilm "London" fährt der 72-jährige Bobby ständig dieselbe Strecke zwischen Wien und Salzburg und nimmt dabei Fremde mit – darunter eine queere Aktivistin aus dem ehemaligen Jugoslawien.
- 11. September 2026
Ein PKW, eine Autobahn zwischen Wien und Salzburg, immer wieder dieselbe Strecke: Im Film "London" von Sebastian Brameshuber nimmt der 72-jährige Wiener Bobby auf seinen Fahrten wiederholt Anhalter*innen mit, um sich die Benzinkosten zu teilen.
Neben ihm sitzen im Lauf des Films unter anderem ein junger Soldat, ein Supermarktlehrling, ein Wissenschaftler und eine queere Aktivistin aus dem ehemaligen Jugoslawien kurz vor ihrer Hochzeit. Sie zog einst für ein besseres Leben nach Wien und erzählt, wie sehr es sie schmerzt, von der Familie nicht akzeptiert zu werden.
Auch Bobby selbst erzählt von seinem Leben, vom Älterwerden und von seinem Freund Arthur, der in Salzburg im Koma liegt – der eigentliche Grund für seine Fahrten. Mit ihm verband Bobby wohl einst mehr als eine tiefe Freundschaft. Während draußen Berge, Wälder und Brücken vorbeiziehen, verändert sich mit den Jahreszeiten das Licht. Bobby fährt weiter, aber in eine andere Richtung…
"London" ist ein leiser, tröstlicher Film zwischen Dokumentarischem und Fiktion. Die Autobahn wird zum Ort der Begegnung, an dem Fremde einander zuhören und unsere Gegenwart für einen Augenblick erfahrbar wird. In beunruhigenden Zeiten erzählt der Film von der Möglichkeit, dass Nähe und Solidarität dort entstehen, wo Menschen ein Stück des Weges miteinander zurücklegen.
Der Film feierte seine Weltpremiere in der Berlinale-Sektion Panorama und gewann anschließend den Grand Prix bei Cinéma du Réel in Paris. In die deutschen Kinos kommt "London" am 15. Oktober 2026, im Verleih von Grandfilm. Vor wenigen Tagen wurde der offizielle Trailer veröffentlicht. Eine ausführliche Besprechung folgt. (cw)










