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Der laute Befreiungsschlag von wavvyboi

Mit der neuen EP "some of us aren't made for heaven" feiert wavvyboi das Anderssein als Stärke. Im Video zu "fragile machine" geht es ums Nein-Sagen und die eigenen Grenzen.

  • 30. September 2026

Die nichtbinäre Person wavvyboi hat am Dienstag das Musikvideo zu "fragile machine" veröffentlicht. Der Song stammt von der neuen EP "some of us aren't made for heaven" mit fünf Tracks. Musikalisch verbindet wavvyboi den minimalistisch-unterkühlten Wave der frühen 1980er Jahre mit Einflüssen aus modernem Industrial Rock.

Der englische Text erzählt von einer Beziehung, in der das lyrische Ich nur noch eine Rolle zu erfüllen hat. "Du willst nicht mein Herz, du willst nicht meine Seele, du willst nur einen Sklaven, der eine Rolle spielt", heißt es gleich zu Beginn. Gesucht werde jemand zum Formen, zum Beschämen, zum Reparieren, wenn das Gegenüber wieder etwas kaputt gemacht hat. Im Refrain steht das Bild der Titelzeile: Das lyrische Ich sei "eine Puppe", "eine zerbrechliche Maschine", mehr brauche das Gegenüber nicht, um zu lieben.

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Dabei bleibt der Song nicht abstrakt. Er spricht von Lust, von Schlägen "für den Kick" und von Berührungen, die den Hals zudrücken. Die Bridge beschreibt eine "gefühllose Hülle", die sich kontrollieren lässt, "Make-up und Fleisch, mechanische Knochen". Am Ende steht ein Zustand der Abhängigkeit: Das lyrische Ich fühlt nur noch etwas, wenn das Gegenüber erneut Schmerz zufügt, wenn die Liebe sich anfühlt, als bedeute es etwas.

Mit dem Titel verbindet wavvyboi die Erkenntnis, keine Maschine für die Bedürfnisse anderer mehr sein zu wollen, und einen bewussteren Umgang mit den eigenen Grenzen. "Ich war immer ein People-Pleaser, der nie nein sagen konnte und sich leicht ausnutzen ließ", sagt wavvyboi. In den letzten Jahren habe wavvyboi neue Strategien entwickelt, um dieses Verhaltensmuster zu durchbrechen.

Die EP "some of us aren't made for heaven" feiert Selbstliebe, Selbstakzeptanz und das Anderssein als Stärke. Der Titeltrack ist all jenen gewidmet, die "zu laut, zu leise, zu wild, zu sensibel, zu queer oder einfach zu eigen" für vorgefertigte Vorstellungen sind (queer.de berichtete).

Live ist wavvyboi ab dem 22. Oktober in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu sehen, unter anderem in Leipzig, Berlin, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, München, Wien, Hannover und Köln. (cw)

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