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Schickt Norwegen eine Coming-out-Hymne zum Grand Prix?
"I Am Gay", heißt es am Samstag in einer Vorentscheidsrunde - stolz dargeboten von der Komponistin, einer "Straight Ally".
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- 06. Februar 2020,
Ganze vier Beiträge stehen am Samstag in der H3 Arena in Fornebu in der bereits fünften und letzten Vorrunde des Melodi Grand Prix 2020 zur Wahl, und nur einer kann sich aus der Auswahl mit Beiträgen aus dem Norden des Landes für das Finale am 15. Februar in Trondheim mit insgesamt zehn Songs qualifizieren.
Liza Vassilieva werden mit ihrem fröhlichen Uptempo-Song "I Am Gay" dabei gute Chancen eingeräumt: "Ich denke, ich bin bereit, es die Welt wissen zu lassen", heißt es in den Lyrics, auch bereit für "eine gute Zeit": "Ich bin gay", so der Refrain, "ich möchte ich selbst sein, jede Sekunde, jede Stunde, jeden Tag."
Dargeboten wird der Beitrag von der 30-jährigen Musikerin Liza Vassilieva, die das Lied mitgeschrieben hatte. Der "Pride-Song" biete eine starke Botschaft für den Abbau von Vorurteilen und die Kraft, man selbst zu sein, schrieb die 30-Jährige am Montag zur Bekanntgabe des Beitrags bei Instagram. Zuschauer sollten sich bereit machen für "viel Glitter und Glam".
Vassilieva wurde in Murmansk in Russland geboren – was der Botschaft des Liedes eine zusätzliche Relevanz verschafft – und wuchs ab dem Alter von drei Jahren in Norwegen auf. Sie studierte Europawissenschaften in Trondheim und schrieb in ihrer Musikkarriere unter anderem die Single "Eyes Eyes Eyes" der KPOP-Gruppe Twice mit.
Als sie "I Am Gay" mit drei weiteren Personen im letzten Sommer geschrieben habe, hätte man noch keine bestimmte Sängerin oder bestimmten Sänger im Auge gehabt, so Vassilieva. Auch daher habe man den Song zum Vorentscheid eingereicht. "Ich war nicht darauf vorbereitet, was als nächstes passierte. [Der Sender] NRK bat mich, den Song selbst darzubieten, und zu dieser Gelegenheit konnte ich nicht Nein sagen." Sie hoffe, als Heterosexuelle mit dem Lied zu Solidarität und einer Normalisierung des Themas beizutragen. "Auch wenn das ein Pride-Song ist, kann sich jeder mit der Botschaft über die Freiheit, man selbst zu sein, identifizieren."
Insgesamt 41 Länder nehmen im Mai am 65. Eurovision Song Contest in Rotterdam teil – die niederländischen Gastgeber schicken einen schwulen Sänger aus Südamerika ins Rennen (queer.de berichtete). Derzeit läuft in vielen Ländern die heiße Phase der Vorentscheidsaison; bis zum 9. März müssen alle Beiträge an die EBU gemeldet werden. Der NDR will am Montag nähere Details zum – allen Gerüchten nach ohne Vorentscheid ausgewählten – deutschen Beitrag bekannt geben. Für den 27. Februar ist eine Sendung mit dem Titel "Unser Lied für Rotterdam" im Digitalkanal One vorgesehen. (cw)

















