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Scott Matthew erinnert an die "Pulse"-Toten
Der australische Musiker setzt mit dem in neuer Fassung erschienenen "The Wish" die Trauer und Hilflosigkeit nach dem Anschlag in bewegende Klänge um.
- 15. März 2020, kein Kommentar
Der in New York lebende, australische Singer-Songwriter hat zehn neue Versionen seiner Klassiker erarbeitet, die im Mai auf dem neuen Album "Adorned" veröffentlicht werden. In der gerade erschienenden Singe-Auskopplung nimmt sich der schwule Musiker seine 2018 veröffentliche Hommage an die 49 Todesopfer des Anschlags auf den queeren Club "Pulse" in Orlando für eine Überarbeitung vor.
Ein islamistischer Einzeltäter war in der Nacht des 12. Juni 2016 in den Club eingedrungen und hatte wahllos um sich geschossen. Stunden später bereits schrieb Scott den Text zu "The Wish", in dem er ein Gefühl völliger Ohnmacht ausdrückt: "This is an assault against love / Still no-one helps, they just pray above / And I wish I could help / I wish I could have helped". In der neuen Version des Liedes mit Streichern und fragmentiertem Wispern klingt der Song, als könnten die Seelen als hoffnungsvolle Boten der Liebe zurück auf die Erde kommen.
Doch hat Scott auch eine klare Forderung: Eine Veränderung der amerikanischen Waffengesetze. "Diese Hilfslosigkeit war erdrückend und ist es auch noch heute", so Matthew in einem Pressetext. "Die Waffengesetze nicht zu ändern, bedeutet eine Lizenz zum Töten zu geben". Aber er habe Wege gefunden, helfen zu können. So unterstützt er etwa die Organisation "Gays against Guns". "Es ist wichtig, an Veränderung zu glauben. Diese Hoffnung zu behalten ist schwer, wenn man sich anschaut, was in den USA gerade passiert. Am effektivsten ist es, zur Wahl zu gehen und dabei nicht nur die eigenen Interessen zu bedenken, sondern auch die aller Minderheiten, mit weniger Privilegien."
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"Das Video zu 'The Wish' ist nicht nur eine Hommage an diejenigen, die beim 'Pulse'-Nachtclub-Massaker ihr Leben verloren haben, sondern auch eine Bestätigung der Plage sinnloser Waffengewalt in den USA", so Matthew. "Wir haben keine Gewalt angewendet, um dies zu demonstrieren, sondern vielmehr Tanz und leere Stühle als Symbol für das Entsetzen und die Trauer, die dieses Ereignis der LGBTQ-Gemeinschaft gebracht hat. Gefilmt in der eindringlichen Schönheit des Metropolitan Buildings in Long Island City, New York, das den Raum symbolisiert, der nach der Tragödie zurückgelassen wurde, und wie wir versuchen, zu verstehen und zu begreifen."
Derzeit ist geplant, dass Matthew im Herbst mit einer neuen Tour nach Deutschland und Österreich kommt.
Links zum Thema:
» Webseite des Musikers
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Mehr zum Thema:
» Interview mit Scott Matthew: "Heute werde ich für mein Schwulsein nicht mehr verprügelt" (21.04.2018)
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