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"Bei mir kommt ihr mit Ausziehen nicht so weit"
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist bei einem Auftritt in Meldorf in Schleswig-Holstein von zwei halbnackten Femen-Aktivistinnen überrascht worden – und konterte, sagen wir mal, schlagfertig.
- 14. April 2019,
Aus Protest gegen eine von Spahn geplante Studie zu seelischen Folgen von Schwangerschaftsabbrüchen bewarfen die jungen Frauen den CDU-Politiker am Freitagabend mit Papierschnipseln, wie auf einem Video zu sehen ist, das die Organisation auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte. Dazu sangen sie: "Das ist Spahnsinn, warum schickst du Frauen in die Hölle? Hölle! Hölle! Hölle!" nach einem Schlager von Wolfgang Petry.
Spahn reagierte auf den berechtigten Protest gelassen: "Bei mir kommt ihr mit Ausziehen nicht so weit", sagte der offen schwule Minister unter dem Gelächter des Publikums. Personenschützer warfen die Aktivistinnen aus dem Saal.
Das Ziel von Femen sei es nicht gewesen, dem Gesundheitsminister zu gefallen, stellten die Frauen später auf Facebook klar: "Wir ziehen uns nicht für dich aus", schrieben sie in Richtung Spahn. "Sondern um die Öffentlichkeit auf deine frauenfeindliche Politik aufmerksam zu machen." (cw/pm)
Der Teaser wurde nachträglich leicht geändert.

















Doch, tat er.
Der Protest gegen seine unsäglich frauenfeindliche Politik ist sehr berechtigt. Femen setzen ihre Nacktheit nicht ein, um damit die Adressat_innen durch erotische Ausstrahlung zu bezirzen, sondern um den Schockmoment als Aufmerksamkeitsgenerator einzusetzen. Es geht nicht um Sexyness.
Spahns Reaktion zieht diese Strategie ins Lächerliche, indem er sie verfälscht interpretiert. Er lenkt so vom Inhalt der Proteste ab und inszeniert sich als das Opfer lächerlicher Personen, die angeblich die Realität nicht einschätzen können, und deren Kritik man deswegen auch gar nicht ernst nehmen muss.
Und hier wird er dafür auch noch gelobt? Ich fasse es nicht.