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Warum wir uns wieder unbeliebt machen müssen!

Der LSVD Saar hat Johannes Kram zum CSD-Gespräch nach Saarbrücken eingeladen - 45 Minuten lang talkt Vorstand Sebastian Thul mit dem Berliner Aktivisten über den Kampf für gleiche Rechte und Chancen.

Der Buchautor ("Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber…"), Nollendorfblogger und Macher des Podcasts QUEERKRAM auf queer.de wiederholt im Interview seine Kritik, dass ein Online-CSD kein CSD sei, kann der Digitalisierung durch die Coronakrise aber durchaus etwas Gutes abgewinnen: "Viele queere Organisationen lernen jetzt zum ersten Mal Internet."

Überhaupt müsse man die vom Virus erzwungene Pride-Pause nutzen, um den CSD "zu justieren", fordert Kram. Damit meinte er, daran zu arbeiten, dass die sommerlichen LGBTI-Märsche ab 2021 politischer und vielfältiger werden, damit die gesamte Community sichtbar wird.

Rassismus, lesbische Sichtbarkeit, das diskriminierende Transsexuellengesetz – kaum ein Thema lassen die beiden Gesprächspartner aus. "Nur mit nett kommen wir nicht weiter", meint Kram auf Thuls Frage, wie man mit "LGBT-freien Zonen" in Polen umgehen sollte. Sein Rat ganz allgemein: Um Respekt zu erlangen, müssten queere Menschen den Mut haben, sich wieder unbeliebt zu machen. (mize)


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#1 Still_IthEhemaliges Profil
  • 10.06.2020, 08:19h
  • Ich weiß ja nicht, ob das was mit "Respekt" zu tun hat, was Leute einer*m entgegenbringen, wenn man sich unbeliebt macht.
    Von meiner Seite aus ist das Resultat ständiges Tone-Policing einer überwältigenden Mehrheit, das Wissen darum, dass sich auf meine Seite im Zweifelsfalle sowieso niemand stellt, Ignoranz, Blocken bis zum Umfallen und insbesondere von Leuten, die ihren Worten nach Ally sein müssten.

    Worauf es hinausläuft, ist letztlich einfach nur: Einsamkeit.
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#2 Rainbow_my_assAnonym
  • 12.06.2020, 09:28h
  • Menschen, die einer_m schon vorher nicht mit Respekt begegnet sind, werden es wohl auch nicht tun, wenn man* sich unbeliebt macht. Außerdem halte ich die Motivation hinter dem Sich-Unbeliebtmachen für höchst fragwürdig. Letztlich steht immer noch ein Betteln nach Respekt dahinter. Wirkliche Emanzipation wäre es, sich - als Individuum und als Community - von den Meinungen und Ansichten der Cis-Heten-Gesellschaft bestmöglich frei zu machen. Da hier die Abhängigkeit aber nach wie vor zu hoch ist, rennen viele queere Menschen weiterhin dem Respekt und der Anerkennung der Mehrheitsgesellschaft hinterher. Wie wäre es mit ein bisschen mehr Respekt für uns selbst?
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#3 KaiJAnonym