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Deutschland als LGBTI-Aktivist Europas?

Die Bundesrepublik will ihre EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr für die Stärkung von LGBTI-Rechten auf europäischer Ebene nutzen, kündigte Familienministerin Franziska Giffey in einer Videobotschaft an.

Das überraschende Versprechen machte die SPD-Politikerin in einem Grußwort für die zweite European Lesbian* Conference, die am Wochenende in der ukrainischen Hauptstadt Kiew stattfand. "Für mich, in meiner Funktion als Ministerin für Frauen, ist die spezielle Lebenssituation lesbischer Frauen ein wichtiges Anliegen", erklärte Giffey auf Englisch.

Es sei das Recht eines jeden Menschen, seine geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung offen zu leben, so die Bundesministerin in dem Video. Die EU-Ratspräsidentschaft von Juli bis Dezember 2020 sei eine "Gelegenheit, ein Signal für LGBTI-Rechte auf europäischer Ebene zu senden" – so wie auch von der Konferenz ein Zeichen der Sichtbarkeit ausgehe.

Konkrete Vorhaben nannte Giffey in ihrem Grußwort nicht. Die Ratspräsidentschaft zwischen den EU-Mitgliedsländern wechselt alle sechs Monate nach einer festgelegten Reihenfolge.

Zu Beginn der Europäischen Lesben-Konferenz waren Teilnehmerinnen in ihrem Hotel von Unbekannten gewaltsam angegriffen worden (queer.de berichtete). Vor dem Tagungsort demonstrierten ultrarechte Homohasser mit Schildern wie "Wir sind gegen Homosexuelle" oder "Geht zurück in die Hölle, Sodomiten" gegen das Treffen. (mize)



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#1 wäregutAnonym
  • 15.04.2019, 10:24h
  • Klingt gut, und dann bitte demnächst konkrete Gesetze gegen Diskriminierung ausarbeiten, ansonsten kommt man unglaubwürdig rüber.
    Einerseits sich für unsere Rechte einzusetzen und andererseits eine hohe Diskriminierungsrate in Deutschland zu haben, ist keine gute Werbung(!)

    So viel Tatsache muss man zumuten können.
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#2 wäregutAnonym
  • 15.04.2019, 10:30h
  • Frau Giffey als Bundesbildungsministerin wäre auch sehr hilfreich. Dürfen wir Sie klonen? :-D

    Diese Ansprache im Video ist gelungen, gefällt mir :-)
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#3 AnonymaAnonym
  • 15.04.2019, 13:04h
  • Hoppla... Ist das nicht die selbe Ministerin, die im Juli des vergangenen Jahres noch vollmundig folgendes versprach:

    "Die SPD-Politikerin versprach unter anderem, sich gegenüber der Union für die Ersetzung des Transsexuellengesetzes durch ein "modernes Gesetz zum Schutz und zur Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt" einzusetzen: "Für mich steht das Selbstbestimmungsrecht jeder und jedes Einzelnen im Mittelpunkt. Ich sehe keinen Grund, weswegen Menschen vor einem Personenstands- oder Vornamenswechsel zwei Gutachten durchlaufen und in einem so genannten 'Alltagstest' beweisen sollten, dass sie dem 'Gegengeschlecht' angehören." Über die eigene Geschlechtsidentität könne "nur jeder Mensch selbst Auskunft geben"."

    Quelle:
    www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=2331

    Und weil sie mit der Umsetzung dieses Versprechens so schrecklich erfolgreich war, expandiert sie jetzt einfach mal flink auf die Ebene der gesamten EU. Scheinheiliger geht's nun wirklich nicht mehr...
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#4 cinnamonEhemaliges Profil
#5 ServiervorschlagAnonym
  • 15.04.2019, 15:00h
  • Antwort auf #3 von Anonyma
  • Es ist auch die selbe Ministerin, die nach dem Beschluss zur Dritten Option die zentrale Kritik an diesem hochproblematischen Entwurf einfach weglog, indem sie wahrheitswidrig twitterte:

    "Wer sich weder als weiblich oder männlich bezeichnen möchte, kann zukünftig auch divers als Geschlecht im Personenstandsregister eintragen lassen."

    twitter.com/BMFSFJ/status/1029661722414645249/photo/1

    Man kann auf Twitter auch nachlesen, wie diese Ignoranz seitens des Ministeriums sich trotz eindeutiger Kritik an dem ersten Tweet beharrlich weiter durch die Diskussion zieht. Tenor: Man solle sich doch bitte über einen "ersten Schritt" freuen, statt schon wieder herumzumosern.

    Um ein differenziertes Verständnis der Problemativ geht es da offenbar überhaupt nicht, sondern vor allem um eine positive Selbstdarstellung.

    Klar, was z.B. aus der Union kommt, ist in aller Regel noch viel schlimmer, aber so richtig in Jubelstimmung gerate ich eben auch nicht, wenn ich mitbekomme, dass Kritiker_innen weggewedelt werden wie lästige Fliegen, statt die Kritik aufzunehmen und damit inhaltlich weiterzugehen.
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#6 Ralph
  • 15.04.2019, 16:32h
  • Bitte was? Unter einer Kanzlerin Angela Merkel und einem Koalitionspartner unter Führung von AKK? Der Witz ist gut!
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#7 wäregutAnonym
  • 15.04.2019, 17:42h
  • Antwort auf #4 von cinnamon
  • Hallo,
    Ein paar Dinge sind schon ganz gut in die Wege geleitet. Zum Beispiel setzt sich Nahles für die Pflicht der Masern Impfung ein - das war längst überfällig. Sie kritisierten den Regierungsentwurf zum dritten Geschlecht.

    Natürlich müssen sie noch kräftig Gas geben und mit einer anderen Partei als Koalition könnte das besser werden.

    Mein Favorit sind die Grünen :-)
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#8 AnonymaAnonym
  • 15.04.2019, 17:58h
  • Antwort auf #5 von Serviervorschlag
  • "Tenor: Man solle sich doch bitte über einen "ersten Schritt" freuen, statt schon wieder herumzumosern."

    Was aus diesem tollen "ersten Schritt" geworden ist, kann man an den polternden Strafbarkeitsdrohungen aus Seehofers Ministerium ja sehr schön sehen. Das ist kein erster, sondern ein letzter Schritt, denn mehr wird mit Seehofer und seinen Schergen nicht zu machen sein - vor allem nicht von einer Ministerin, die schon im ersten Anlauf widerstandslos umgefallen ist.

    "Um ein differenziertes Verständnis der Problemativ geht es da offenbar überhaupt nicht, sondern vor allem um eine positive Selbstdarstellung."

    War der "gute Eindruck" - vor allem, wenn es darum geht, ihn auf internationaler Ebene zu machen - hier in Deutschland nicht schon immer wichtiger als die Taten, die diesem "guten Eindruck" dann wirklich folgen? Wie eine Ministerin der Bundesregierung in Anbetracht der erst kürzlich parlamentarisch bestätigten Fortsetzung der gesetzlichen Pathologisierung von inter und trans Menschen in Deutschland vor laufender Kamera den folgenden Satz sagen kann, ohne dabei rot zu werden, ist mir absolut schleierhaft:

    "For many years, the federal government of Germany has been advocating a non-discriminatory and cosmopolitan policy, and has been combatting stigmatization of lesbian, gay, bisexual, transgender and intersex people."

    Wie schafft es diese Frau bloß, mit der kognitiven Dissonanz zwischen dem Gesagten und der politischen Realität in Deutschland klar zu kommen?

    "Klar, was z.B. aus der Union kommt, ist in aller Regel noch viel schlimmer, aber so richtig in Jubelstimmung gerate ich eben auch nicht, ..."

    Jubelstimmung wäre meiner Meinung nach auch völlig unangebracht, denn wir werden hier zweifellos nur dafür benutzt, den bereits erwähnten "guten Eindruck" zu machen. Die einzige alternative Erklärung, die mir noch einfallen würde, wäre die, dass Frau Giffey tatsächlich hoffnungslos naiv ist. Ob das dann aber irgendwie besser wäre, sei an dieser Stelle mal dahingestellt...
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#9 AnonymaAnonym
  • 15.04.2019, 18:14h
  • Antwort auf #7 von wäregut
  • "Sie kritisierten den Regierungsentwurf zum dritten Geschlecht."

    Was in Anbetracht der Tatsache, dass sie Teil der Regierung sind, aber irgendwie auch ein bisschen drollig wirkt... Ich find's auch irgendwie putzig, wenn sich Regierungsmitglieder hinstellen und irgendwas "fordern" (so wie es Giffey bezüglich des "Transsexuellengesetzes" auf Facebook und Twitter tat). Von wem "fordern" die da was? Von sich selbst?
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#10 DominikAnonym
  • 15.04.2019, 18:55h
  • Find ich eine gute Sache. Aber englisch richtig aussprechen und intonieren kann sie leider überhaupt nicht. Da ich mal längere Zeit in den USA gelebt habe und seither englisch praktisch wie eine zweite Muttersprache spreche, musste ich mich grad wirklich ein wenig beömmeln, sorry. Es hört sich einfach zu schräg an. Vielleicht fängt ein wohlwollender Praktikant mal mit dem kleinen Tipp an und steckt ihr, dass "women" wirklich ganz ganz anders ausgesprochen wird als "woman". Das wär doch schon mal ein Anfang! ;)

    Inhaltlich natürlich beide Daumen hoch! Gute und wichtige Message!
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