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"The Chicks" schwenken die Regenbogenfahne

Die Band "The Dixie Chicks" hat das an die rassistischen Konföderierten erinnernde Wort "Dixie" aus ihrem Bandnamen verbannt und ein Protestlied veröffentlicht, in dem auch Regenbogenfahnen wehen.

  • 01. Juli 2020, noch kein Kommentar

Mit "March March" (marschiere, marschiere) rufen "The Chicks" ihre Fans dazu auf, ihre Stimme gegen Ungerechtigkeiten zu erheben. Das Video wird eröffnet mit dem Spruch: "If your voice held no power, they wouldn't try to silence you" (Wenn deine Stimme keine Macht hätte, würden sie nicht versuchen, dich zum Schweigen zu bringen). Statt den Bandmitgliedern Natalie Maines, Emily Strayer und Martie Maguire sind in dem Musikvideo Szenen von Demos – etwa von der Frauen- Umwelt- und Friedensbewegung oder Black Lives Matter – zu sehen. Auch Bilder von CSDs werden gezeigt. Dazu singen die "Chicks" von der Macht des Widerstands.

Ursprünglich starteten die 1989 in Dallas gegründeten "Dixie Chicks" als traditionelle Frauen-Countryband mit Songs wie "Goodbye Earl", in der die tödliche Rache von zwei Frauen an einem prügelnden Ehemann beschrieben wird, oder dem Tränendrüsen-Lied "Travelin' Soldier", in dem ein Mädchen über den Tod eines Vietnam-Soldaten trauert. In Interviews gaben sich die Frauen konservativ – eine von ihnen sprach sich etwa Ende der Neunzigerjahre gegen die Freigabe von Marihuana aus.

Direktlink | Im "Goodbye Earl"-Video spielt unter anderem Jane Krakowski ("Ally McBeal", "Unbreakable Kimmy Schmidt") mit

Direktlink | "Travelin' Soldier" in einer Live-Aufnahme von 2017

Alles änderte sich 2003, als Sängerin Natalie Maines kurz vor der Irak-Invasion der USA bei einem Konzert sagte, sie schäme sich für Präsident George W. Bush. In der aufgeheizten politischen Atmosphäre führte dies zu aggressiven Boykott- und gar Mordaufrufen. Country-Radiosender wollten die "Dixie Chicks"-Lieder nicht mehr spielen. Andererseits führte dies zu einem Popularitätsschub der Band in Europa, wo die Platten der drei Sängerinnen plötzlich weggingen wie warmen Semmeln.

Die Kontroverse führte zu ihrem bislang letzten Studioalbum "Taking the Long Way" im Jahr 2006, in der sich die "Chicks" mehr Richtung Popmusik bewegten. Hochgelobt wurde insbesondere die Singleauskopplung "Not Ready to Make Nice" (auf Deutsch etwa: Ich bin noch nicht soweit, gute Miene zum bösen Spiel zu machen). Das ist der bislang einzige Song der Band, der es in die deutschen Charts schaffte. In dem Lied beklagen die Frauen, dass sie nicht verstehen, warum ihre politische Äußerung zu solchem Hass geführt habe. Sie machen aber auch klar, dass sie sich wegen des Hasses nicht anpassen werden. Das Lied wurde mit drei Grammys ausgezeichnet, darunter auch "Song of the Year".

Heute engagieren sich die "Chicks" politisch, nicht nur mit ihrem neuen Lied: Auf ihrer Homepage führt die Band etwa Organisationen auf, die sie unterstützt, darunter die unter Konservativen umstrittene Frauenklinik-Kette Planned Parenthood und die größte amerikanische LGBTI-Organisation Human Rights Campaign. (dk)



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01. Juli 2020
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