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Der queere Latino-Superstar der Neunziger
Der exaltierte Astrologe Walter Mercado konnte jedermanns Zukunft vorhersehen - nur seine eigene nicht. Mit "Mucho Mucho Amor" widmet ihm Netflix eine sehr spannende Doku.
- 19. Juli 2020, kein Kommentar
Der Titel des anderthalbstündigen Films vom Cristina Costantini und Kareem Tabsch sind die Worte, die Mercado (1932-2019) seinen Anhängern am Ende seiner Wahrsagungen stets mit auf den Weg gab: "mucho mucho amor" – "ganz viel Liebe".
Der gebürtige Puerto Ricaner war in den Neunzigerjahren ein queerer Superstar in Lateinamerika und bei der Spanisch sprechenden Bevölkerung in den USA und Kanada. Seine angeblichen hellseherischen Fähigkeiten baute der androgyne Menschenfischer mit eigener Fernsehshow zu einem einträglichen Geschäftsimperium aus, bis er auf dem Höhepunkt seines Ruhms plötzlich von der Bildfläche verschwand. Die Netflix-Doku verrät die Hintergründe.
Obwohl Walter Mercado selbst nie über seine Homosexualität sprach, galt er in Lateinamerika als schwule Ikone. Auf die Frage nach seiner sexuellen Orientierung meinte er einmal: "Warum etwas sagen, was offensichtlich ist." (cw)
Links zum Thema:
» "Mucho Mucho Amor" auf Netflix
















