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"Nie richtig als Mann oder Frau gefühlt"

In seiner neuen, absolut starken Single "Maskulina" thematisiert der Rapper Vandalismus toxische Männlichkeit - inklusive "Homospielchen" im Pionierlager und dem Schimpfwort "schwul".

  • 04. August 2020, noch kein Kommentar

Nachdem die ersten beiden Singles aus dem kommenden Album "Gloria & Schwefel" eher seine rotzig-raue Seite zeigten, schürft Vandalismus auf "Maskulina" nun wieder deutlich tiefer. Der Song erzählt, äußerst gefühlvoll, plastisch und deswegen so nachvollziehbar, vom Ringen mit stereotypen Geschlechterrollen und dem Aufbrechen und Überwinden von Klischees, die penetrante Wiederholungen nicht passender machen.

Er habe sich "nie richtig als Mann oder als Frau gefühlt", rappt Vandalismus. "Ich hab' weder mit Puppen noch mit Autos gespielt", gibt er all denen außerhalb des rigiden rosa-blauen Binärsystems eine Stimme. "Ich mochte Märchenplatten und Kuchen und Sachen anzünden."

Seine persönliche Suche nach einem weniger toxischen Männlichkeitsbild ("Witzig heißt auf wessen Kosten – schwul, behindert, aus dem Osten") führte letztlich zu einem Selbstverständnis, mit dem sich freier und entsprechend angenehmer leben lässt. So bekommt Ina Deter 38 Jahre nach ihrer kämpferischen Forderung endlich, wonach sie einst verlangte: "Neue Männer hat das Land bekommen, liebevoll, charmant, besoffen, händchenhaltend, gleichberechtigt." "Happy-End"? Wahrscheinlich noch nicht. Aber "Hoffnung", eine Menge davon.

Der Beat, der gleich zu Beginn mit opulentem Gesangssample beeindruckt, geht wieder einmal auf das Konto von Jay Baez, inzwischen längst ein alter Bekannter in Vandalismus' Umfeld. Maxim Dean setzte schon die erste "Gloria & Schwefel"-Single "Rapmusik im Straßengraben" visuell in Szene. Nun hält er den Kampf zwischen den Erwartungen von außen und dem Gefühl im Inneren, die Grätsche zwischen Dreck und Rosa-Glitzer in bewegenden bewegten Bildern fest.

Vandalismus, der früher unter den Namen Destroy Degenhardt und Disko Degenhardt auftrat, wurde in Ostberlin geboren. In der Öffentlichkeit tritt er grundsätzlich maskiert auf. (cw/pm)



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