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Der Cross-Gender-Tänzer aus Indonesien

Didik Nini Thowok erinnert mit seinen Performances an eine lange Tradition in Indonesien – wo LGBTI und Cross-Dresser zunehmend angefeindet werden.

Direktlink | Der Bericht über Didik Nini Thowok von "Great Big Story"
  • 23. April 2019, noch kein Kommentar

Der zu WarnerMedia gehörende Youtube-Kanal "Great Big Story" berichtete vor wenigen Wochen in eindrucksvollen Bildern von einer ungewöhnlichen Tradition aus Indonesien: Männer, die als Frauen auf der Bühne tanzen – auf ganz eigene Weise.

Entwickelt habe sich die Tradition aus einem früheren Auftrittsverbot für Frauen, so Star-Performer und -Choreograf Didik Nini Thowok. Die Künstler treten sowohl als Mann als auch als Frau auf und bieten in beiden Rollen ausgereifte Charaktere im Rahmen einer Handlung. Das unterscheide die Perfomance von Drag, so Thowok. Zugleich habe er schon als Kind gerne Frauenkleider getragen und werde oft angefeindet. In Interviews und Auftritten in der Heimat und im Ausland wirbt der 64-Jährige immer wieder für Toleranz.

Direktlink | Dieses Video zeigt am Anfang einen längeren Tanz Thowoks

Sein Meistertanz, der zwei Gesichter zeigt, sein eigenes und eine Maske, solle den Dualismus der Menschen zeigen: Alle trügen etwas Gutes und etwas Böses in sich, etwas starkes und etwas schwaches oder etwas männliches und weibliches, so Thowok, der beklagt, dass die Jugend kaum noch die Tradition kenne und sich wenig für den Tanz interessiere.

Freilich findet er auch in in einem schwierigen Umfeld statt. In Indonesien hatte sich die Lage für LGBTI in den letzten Jahren verschlechtert: Während in der Provinz Aceh zuletzt mehrfach Schwule nach dort erlaubtem Scharia-Recht ausgepeitscht wurden, gibt es auch von der föderalen Regierung Überlegungen, Homosexualität unter Strafe zu stellen. Mehrfach kam es zu Razzien gegen Schwulensaunen und Verurteilungen der Festgenommenen nach Gesetzen gegen Pornografie (queer.de berichtete).

Transpersonen wird teilweise größerer Respekt gegenüber gebracht – sie dürfen etwa nach einer Geschlechtsanpassung per Gerichtsentscheid ihr rechtliches Geschlecht ändern. Auch Cross-Dressing wird in der Kultur geduldet. Allerdings hat sich auch hier in islamistisch geprägten Regionen die Situation verschärft. So wurden vor rund einem Jahr in Aceh Trans-Personen in einem Schönheitssalon verhaftet, öffentlich vorgeführt und ihnen zur "Umerziehung" u.a. die Haare abgeschnitten (queer.de berichtete).

(via kaos.gl, das eine türkische Version des Videos bietet)



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23. April 2019
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