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"Wir haben uns schuldig gemacht"
In einem historischen Gedenk-Gottesdienst hat die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Dienstag erstmals einen im Nationalsozialismus verfolgten schwulen Pfarrer rehabilitiert.
- 02. September 2020,
In der Berliner Immanuelkirche trat Landesbischof Christian Stäblein selbst auf die Kanzel, um das öffentliche Ansehen von Friedrich Klein wiederherzustellen. Klein war 1935 Pfarrer der Gemeinde im Prenzlauer Berg geworden und wurde 1942 aus dem Kirchendienst entfernt, nachdem er vom Nazi-Regime wegen "Verführung" eines minderjährigen 19-Jährigen nach Paragraf 175 verurteilt worden war (Volljährigkeit begann damals mit 21).
"Es gilt aufzuarbeiten, es gilt in aller Deutlichkeit zu sagen: Wir, die Kirche, haben als Institution an diesem Punkt versagt, wir sind Menschen Anerkennung, Recht, ja Liebe schuldig geblieben, wir haben uns schuldig gemacht", sagte Stäblein in seiner Predigt. "Nein, keine falsche Beruhigung, bis das in aller Klarheit gesagt ist. Für viele kommt es zu spät, dass wir das sagen. Auch das müssen wir in aller Klarheit sehen und aussprechen."
Der Bischof erinnerte daran, dass sich die Diskriminierung homosexueller Menschen auch nach der Befreiung vom Faschismus fortsetzte, "in Worten und Taten, öffentlich und hinter vorgehaltener Hand". "Viel zu lange haben wir uns selbst beruhigt, haben das alles so hingenommen, haben es verdrängt, haben das schreiende Unrecht mit verantwortet, mit beschwiegen", sagte Stäblein. (cw)
Links zum Thema:
» Die Predigt von Bischof Stäblein im Wortlaut

















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