Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/v?621

"Weil wir alle gerne Geschlechtsverkehr haben"

Mit einer Rede zum Thema Blutspende für homo- und bisexuelle Männer sorgte die Linken-Politikerin Eva-Maria Kröger für pubertär-verklemmtes Kichern im Schweriner Landtag.

Die Abgeordnete aus Rostock begründete in der vergangenen Woche den Antrag "Diskriminierung bei Blutspenden beenden" (PDF) ihrer Fraktion und kritisierte insbesondere die bundesweite Regelung, dass männliche homo- und bisexuelle Spender mindestens zwölf Monate lang keinen Sex haben dürfen. Mit dem Satz, diese Vorschrift sei "unverständlich und lebensfremd, nicht nur weil wir alle gerne Geschlechtsverkehr haben", sorgte Kröger für erste Heiterkeit im Hohen Haus von Mecklenburg-Vorpommern.

Offensichtlich amüsierte sich auch CDU-Fraktionschef Torsten Renz, den die Linken-Politikerin daraufhin direkt ansprach: "Ich unterstelle das jetzt mal Herr Renz. Ich hoffe, das ist okay für Sie. Ich hoffe, damit können Sie umgehen. Ich möchte Sie nicht verunsichern." Das sorgte nun erst recht für Lacher im Plenarsaal, auch auf dem Präsidium.

Eva-Maria Kröger gab sich trotz der albernen Reaktionen optimistisch, dass es auch bei der Union Lust auf Lust gebe. Zu Renz sagte sie weiter: "Ich gehe davon aus, dass Sie damit umgehen können, dass ich mal allen Menschen – unabhängig von ihrer Sexualität und geschlechtlichen Identifikation – unterstelle, dass sie gerne Liebe machen."

So gar nicht zum Lachen war die Abstimmung nach der Aussprache: Die Aufforderung der Linken an die rot-schwarze Landesregierung, sich auf Bundesebene für ein Ende der Diskriminierung einzusetzen, wurde mehrheitlich abgelehnt. (mize)



-w-

-w-
-w-

Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der schwul-lesbischen Welt auf dem Laufenden.
Tagesvideos durchsuchen
Video vorschlagen
#1 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 13:36h
  • "dass ich mal allen Menschen unabhängig von ihrer Sexualität und geschlechtlichen Identifikation unterstelle, dass sie gerne Liebe machen."

    Auch diese Art von Unwissenheit oder Ignoranz, die Asexuelle für nichtexistent erklärt, hat einen Namen: Allonormativität. Ich empfehle eine kleine Recherche.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Schick-HirnAnonym
  • 02.11.2020, 18:52h
  • Antwort auf #1 von Erklärbär
  • Du armes Hascherl... hier ging es aber nicht um Asexualität, sondern um die Diskriminierung von MSM bei der Blutspende, von der Asexuelle nicht betroffen sind.
    Mach kein Fass auf, weil Du Dich nicht explizit erwähnt fühltest, sondern zeige Empathie für die Sache!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 19:13h
  • Antwort auf #2 von Schick-Hirn
  • Ob du es glaubst oder nicht: Man kann es auch dann falsch finden, asexuelle Menschen für nicht existent zu erklären, wenn man selbst allosexuell ist. Also erklär du mir bitte nicht, wie Empathie funktioniert.

    Zum Thema: Ein vergleichbar normativer Satz wie "Alle Männer wollen Sex mit Frauen" würde hier wohl zu Recht auch dann kritisiert, wenn es im Artikel um irgendein ganz anderes Thema geht. Ich glaube nicht, dass ich rechtfertigen muss, hier den gleichen Maßstab anzulegen. Oder haben Asexuelle weniger Anspruch auf die Erwähnung ihrer Existenz?
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Homonklin_NZAnonym
  • 02.11.2020, 19:35h
  • Antwort auf #1 von Erklärbär
  • Wieso soll das denn Asexuelle für nichtig erklären? Die machen auch gern Liebe, nur eben einen guten Meter weiter oben.:) Man kann den Verkehr mit Geschlechtern auch anders lesen, als klassisch üblich.

    Dass bei "Wir alle"-Sätzen nie faktisch alle angesprochen werden können, müsste auch klar sein.
    Gibt immer noch extra Gruppen, wie Incels, die würden gern, kommen aber nicht an. Oder die keusch eingeschworenen Betschwestern, die dauerkeusch gehaltenen Kellersklaven, Ernie und Bert, die nur bis knapp zum Bauchnabel existieren, Beatrix von ....
  • Antworten » | Direktlink »
#5 ErklärbärAnonym
#6 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 19:59h
  • Antwort auf #4 von Homonklin_NZ
  • "Dass bei "Wir alle"-Sätzen nie faktisch alle angesprochen werden können, müsste auch klar sein."

    Und dass man das kritisieren darf, weil es immer falsch ist, sollte eigentlich auch klar sein.

    Auch für dich der Vergleichssatz: "Wir sind doch alle heterosexuell." Wäre das für dich gar kein Problem, weil ja schließlich immer irgendwer nicht mitgenannt wird? Überspannt, wenn sich dann gleich wieder irgendwelche komischen Minderheiten ausgegrenzt "fühlen"?

    Aber es ist wohl mein Fehler, im Kommentarbereich eines hauptsächlich schwulen Mediums so etwas wie Solidarität mit anderen nicht-heteronormativen Menschen einfach als selbstverständlich vorauszusetzen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Homonklin_NZAnonym
  • 02.11.2020, 22:01h
  • Antwort auf #6 von Erklärbär
  • Ob es ratsam ist, irgendwo etwas für selbstverständlich zu nehmen, wo verschiendenste Menschen mitlesen/kommentieren, die unter Umständen was gemeinsam haben? Wohl eher nicht.

    ""Auch für dich der Vergleichssatz: "Wir sind doch alle heterosexuell." Wäre das für dich gar kein Problem, weil ja schließlich immer irgendwer nicht mitgenannt wird? Überspannt, wenn sich dann gleich wieder irgendwelche komischen Minderheiten ausgegrenzt "fühlen"? ""

    Für mich nicht, denn das zeigt mir ja, die Heterosexuellen haben über sich gesprochen. Ähnlich geht es mir bei "Wir Landwirte" oder "Wir Deutschen" . ich bin jedes Mal nicht dabei. Wo ist das Problem?

    Überspannt ist wohl nur, sich wegen sowas immer gleich ausradiert zu fühlen.
    Du bist Du und kein "Wir"

    Würde man andauernd jede komische oder auch nicht komische Minderheit mit aufzählen müssen, wäre man die folgenden 27 Seiten bzw. Stunden erst mal damit beschäftigt.
    Bis man bei "Zen nur an ungeraden Montagspätabenden stoisch Beiwohnenden, die alle 3 Minuten 'Uff' sagen, während sie von einem Reh indifferent beäugt werden" ankommt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 23:14h
  • Antwort auf #7 von Homonklin_NZ
  • "Überspannt ist wohl nur, sich wegen sowas immer gleich ausradiert zu fühlen.
    Du bist Du und kein "Wir""

    Auch für dich noch einmal: Es geht hier überhaupt nicht um mich. Liest du meine Kommentare überhaupt richtig durch?

    "Wir Landwirte"

    Fehlerhafter Vergleich. Vergleichbar wäre eine Rede im Parlament, in der es heißt "Wir Menschen sind doch alle Landwirte." Ich nehme doch an, dass das nicht nur die Nicht-Landwirte im Parlament verwundern würde.

    "Würde man andauernd jede komische oder auch nicht komische Minderheit mit aufzählen müssen,"

    Das muss man natürlich nicht. Es reicht vollkommen aus, beispielsweise zu sagen: "die meisten von uns", wenn man weiß, dass die Gruppe, über die man gerade sprechen will, eben nicht alle sind. Schon ist die normative Wirkung vermieden.

    Mich wundert ehrlich gesagt schon ein bisschen, warum man meinen ersten Kommentar nicht einfach so stehen lassen konnte. Und wer sich schon veranlasst sieht, irgendwie darauf zu reagieren, könnte ja die Energie auch in eine kurze Selbstaufklärung investieren (dann findet man zum Beispiel heraus, dass auch romantische Liebe nicht für alle Menschen erstrebenswert ist), statt diese Energie unbedingt in die Abwehr einer rein sachlichen Feststellung zu stecken.

    Offenbar zu viel verlangt für einen queeren Kommentarbereich.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 TheDadProfil
  • 03.11.2020, 08:43hHannover
  • Antwort auf #1 von Erklärbär
  • Wie kommt man eigentlich auf die absurde Idee dass man einen solchen Satz in einer Rede auch noch alle anderen Gruppen sprachlich mit-nehmen müßte ?

    Der Antrag richtet sich gegen die Diskriminierung einer ganz konkreten Gruppe, nämlich die der MSM, die bei der Blutspende ausgenommen sind..
    Um es mal vereinfacht auszudrücken, denn allumfassend zu beschreiben wo hier die Diskriminierung liegt bringt uns hier auch nicht weiter..

    Bei einem solchem Satz der sich an die Anwesenden im Parlament richtet muß man dann nicht auch noch "allumfassend" auf alle möglichen anderen Gruppen des Sexuellen Spektrums eingehen..

    Mögliche Asexuelle Anwesende haben sicher die Möglichkeit gehabt sich in einer "Direkten Erwiderung" an die Abgeordnete der Linken zu wenden um zu erklären das sie sich bei diesem Satz nicht mit-gemeint fühlen..
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TheDadProfil
  • 03.11.2020, 08:57hHannover
  • Antwort auf #6 von Erklärbär
  • ""Auch für dich der Vergleichssatz: "Wir sind doch alle heterosexuell." ""..

    Der in sich gar keinen Vergleich bietet..
    Denn je vielfältiger sich das Sexuelle Spektrum offenbart desto geringer ist die Chance jemals auf einen Menschen zu treffen der die gleiche Sexuelle Identität besitzt wie man selbst..

    Das macht dann den Begriff "Hetero", weil als Bedeutung = Gegensätzlich, für immer mehr Menschen wieder zutreffend, denn wenn ein Asexueller Mann auf einen Bisexuellen Mann trifft, dann kann man dafür den Begriff "Pan" verwenden, was das Zutreffen von "Hetero" nicht vollständig verunmöglicht..

    Wir selbst belegen einen Begriff mit einer bestimmten Bedeutung..
    Dürfen dann aber eben auch nicht denken, damit sei es erledigt, damit wäre eine Schublade ein für alle Mal und für alle Ewigkeit geschaffen..

    Um dann immer neue Begrifflichkeiten einzuführen, um am Ende für Jede*n Menschen eine eigene Kategorie zu schaffen ?

    Asexuelle Menschen hätten also SÄMTLICH niemals Geschlechtsverkehr im Rahmen der ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ?

    Denn das bedeutete Dein Einwand des
    "wir sind hier nicht mit-gemeint"
    und missachtet damit das mögliche Spektrum all dieser Möglichkeiten..

    Ein
    "ich fühle mich hier nicht mit-gemeint"
    ist da nämlich etwas völlig anderes..
  • Antworten » | Direktlink »