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"Weil wir alle gerne Geschlechtsverkehr haben"

Mit einer Rede zum Thema Blutspende für homo- und bisexuelle Männer sorgte die Linken-Politikerin Eva-Maria Kröger für pubertär-verklemmtes Kichern im Schweriner Landtag.

Die Abgeordnete aus Rostock begründete in der vergangenen Woche den Antrag "Diskriminierung bei Blutspenden beenden" (PDF) ihrer Fraktion und kritisierte insbesondere die bundesweite Regelung, dass männliche homo- und bisexuelle Spender mindestens zwölf Monate lang keinen Sex haben dürfen. Mit dem Satz, diese Vorschrift sei "unverständlich und lebensfremd, nicht nur weil wir alle gerne Geschlechtsverkehr haben", sorgte Kröger für erste Heiterkeit im Hohen Haus von Mecklenburg-Vorpommern.

Offensichtlich amüsierte sich auch CDU-Fraktionschef Torsten Renz, den die Linken-Politikerin daraufhin direkt ansprach: "Ich unterstelle das jetzt mal Herr Renz. Ich hoffe, das ist okay für Sie. Ich hoffe, damit können Sie umgehen. Ich möchte Sie nicht verunsichern." Das sorgte nun erst recht für Lacher im Plenarsaal, auch auf dem Präsidium.

Eva-Maria Kröger gab sich trotz der albernen Reaktionen optimistisch, dass es auch bei der Union Lust auf Lust gebe. Zu Renz sagte sie weiter: "Ich gehe davon aus, dass Sie damit umgehen können, dass ich mal allen Menschen – unabhängig von ihrer Sexualität und geschlechtlichen Identifikation – unterstelle, dass sie gerne Liebe machen."

So gar nicht zum Lachen war die Abstimmung nach der Aussprache: Die Aufforderung der Linken an die rot-schwarze Landesregierung, sich auf Bundesebene für ein Ende der Diskriminierung einzusetzen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Schwule und bisexuelle Männer werden in Deutschland seit Jahrzehnten pauschal anders behandelt als spendewillige Heterosexuelle – und auch trans Menschen werden in den Richtlinien der Bundesärztekammer pauschal als besondere Gefahrengruppe identifiziert. Die Regelungen gehen auf die Anfangszeiten der Aids-Epidemie in den Achtzigerjahren zurück, als Männer, die Sex mit Männern haben, vollständig vom Blutspenden ausgeschlossen worden waren. Seit 2017 dürfen schwule und bisexuelle Männer wieder spenden – allerdings nur, wenn sie versichern, ein Jahr keinen Sex gehabt zu haben. (mize)


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#1 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 13:36h
  • "dass ich mal allen Menschen unabhängig von ihrer Sexualität und geschlechtlichen Identifikation unterstelle, dass sie gerne Liebe machen."

    Auch diese Art von Unwissenheit oder Ignoranz, die Asexuelle für nichtexistent erklärt, hat einen Namen: Allonormativität. Ich empfehle eine kleine Recherche.
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#2 Schick-HirnAnonym
  • 02.11.2020, 18:52h
  • Antwort auf #1 von Erklärbär
  • Du armes Hascherl... hier ging es aber nicht um Asexualität, sondern um die Diskriminierung von MSM bei der Blutspende, von der Asexuelle nicht betroffen sind.
    Mach kein Fass auf, weil Du Dich nicht explizit erwähnt fühltest, sondern zeige Empathie für die Sache!
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#3 ErklärbärAnonym
  • 02.11.2020, 19:13h
  • Antwort auf #2 von Schick-Hirn
  • Ob du es glaubst oder nicht: Man kann es auch dann falsch finden, asexuelle Menschen für nicht existent zu erklären, wenn man selbst allosexuell ist. Also erklär du mir bitte nicht, wie Empathie funktioniert.

    Zum Thema: Ein vergleichbar normativer Satz wie "Alle Männer wollen Sex mit Frauen" würde hier wohl zu Recht auch dann kritisiert, wenn es im Artikel um irgendein ganz anderes Thema geht. Ich glaube nicht, dass ich rechtfertigen muss, hier den gleichen Maßstab anzulegen. Oder haben Asexuelle weniger Anspruch auf die Erwähnung ihrer Existenz?
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