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Webserie "Kuntergrau" thematisiert schwulenfeindliche Gewalt

In der neuen und letzten Staffel der ehrenamtlichen Kultserie aus Köln geht es unter anderem um die Auswirkung von Gewalt auf das Leben junger Queers.

Direktlink | Der Trailer zur dritten Staffel
  • 10. November 2020, noch kein Kommentar

Eine U-Bahnstation nachts in Köln. Weit und breit keine Menschenseele außer der beiden schwulen Jugendlichen Leopold und Jan. Da passiert es. Aus dem Nichts tauchen drei Typen auf, die nicht nur bedrohlich wirken, sondern auch zu jeder Form von Gewalt bereit sind. Ehe sich Leopold und Jan versehen können, schlagen und treten die Männer auf sie ein – weil sie hassen, wie die beiden Jugendlichen leben und lieben. Die Szene stammt aus der neuen Staffel der schwulen Webserie "Kuntergrau". Sie könnte aber auch genauso in jeder größeren Stadt Deutschlands passiert sein.

"Kuntergrau" ist ein Projekt aus dem queeren Jugendzentrum anyway aus Köln, das bereits mit dem Webvideopreis 2018 oder in diesem Jahr als "Engagement des Monats" durch das Land NRW ausgezeichnet wurde. Die dritte Staffel, die am Sonntag Premiere hatte, widmen die jungen ehrenamtlichen Filmemacher dem Thema schwulenfeindliche Gewalt. Sie stellen die Frage: Was macht das mit einem, wenn man angegriffen wird, weil andere die eigene sexuelle Orientierung hassen? Wie wirkt sich eine Attacke auf das eigene Leben, die Familie und Freunde aus?

"Es gab niemanden im Projekt, weder vor noch hinter der Kamera, der oder die die Thematik nicht als extrem aktuell empfunden hat – was sehr traurig ist. Wir können wöchentlich über Angriffe auf queere Menschen in Deutschland lesen und müssen uns dabei bewusst machen, dass es nur die wenigen Fälle sind, die medial aufgearbeitet werden. Die Dunkelziffer ist deutlich höher", so Regisseur Kai Kreuser. Ein aktueller Beleg dafür sei die tödliche Messerattacke auf ein schwules Paar in Dresden, in dessen Nachgang erst Schwulenfeindlichkeit als mögliches Tatmotiv bekannt wurde (queer.de berichtete).

Direktlink | Die erste Folge der dritten Staffel komplett

Auch andere Themen rückt die neue Staffel, die mit sechs Folgen und 160 Minuten Gesamtspielzeit das Herz der Fans höherschlagen lassen dürfte, in den Fokus. So greift "Kuntergrau" erneut das Leben mit HIV auf und erzählt die Geschichte des 18-jährigen Felix. Dessen erstes Mal verläuft anders als geplant und droht nun, sein Leben auf den Kopf zu stellen. In Marcel, der bereits in der ersten Staffel sein Coming-out als HIV-positiv hatte, findet er einen Ansprechpartner und Stütze.

Vor allem die internationalen Fans der Serie dürft sich über die Storyline von Jan und seinem neuen Freund Max, einem Praktikanten aus den USA, freuen. Ihre Dialoge sind in Englisch und dürften gerade bei den mehr als 50 Prozent Zuschauer*innen aus dem Ausland für Herzschmerzmomente sorgen. Denn auch ein Austauschjahr ist begrenzt und der Abschied zwischen den beiden kündigt sich an.

Highlights der Staffel sind zusätzlich der Gastauftritt von Drag-Queen und Influencerin Candy Crash (u.a. bekannt aus "Queen of Drags") sowie spannende Blicke in die Vergangenheit der Figuren. So wird unter anderem gelüftet, warum Leopold bei der beliebten Serienoma Margarethe lebt.

Playlist-Direktlink | Playlist mit der ersten Staffel, die bereits 2015 Premiere feierte

Die dritte Staffel von "Kuntergrau" entstand nur durch das enorme Engagement von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem anyway. Insgesamt 65 Drehtage und tausende Stunden Arbeit haben die jungen Filmemacher in ihr Herzensprojekt investiert. Drei Jahre sind zwischen der ersten Idee für die Staffel und der Premiere vergangen. "Ich finde es unglaublich wichtig, anderen Mut zu machen und zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Gleichzeitig finde ich es genauso wichtig, Menschen für Themen wie Diversität, Diskriminierung von Minderheiten oder HIV zu sensibilisieren", so der 24-jährige Pascal zur Motivation des Filmteams.

Einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der neuen Staffel habe auch die Community geleistet: Fast 200 Kompars*innen aus dem Umfeld des anyway und der Kölner Szene haben das Projekt an den Drehtagen aktiv unterstützt. Viele Menschen haben für das Gelingen der Staffel mehrere zehntausende Euro gespendet und Sachleistungen beigetragen. Ohne diesen Support wäre "Kuntergrau" nicht möglich gewesen: "Wir hoffen, dass wir mit der dritten Staffel gute Unterhaltung zurückgeben können und ebenfalls einen Beitrag dazu leisten, dass queerfeindliche Gewalt mehr in die Öffentlichkeit rückt – vor allem aus der Perspektive der Betroffenen", so Max Jonas Fohrbeck aus dem anyway-Filmteam. "Wir sind als LGBT*Q noch nicht in der gesamtgesellschaftlichen Akzeptanz angekommen, die uns zusteht. Vielleicht sind wird aktuell in Zeiten von Populismus und rechter Propaganda wieder weiter davon entfernt als noch vor einigen Jahren. Dagegen einen Beitrag zu leisten, ist unser Ziel." (cw/pm)



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10. November 2020
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