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"Es ist echt cool, Jungs zu lieben"
In der Turnhalle auf dem Mattenwagen, während sie Geschichte schwänzen, küssen sich Jonas und Nathan das erste Mal - wir zeigen eine Schlüsselszene aus dem Film "Jonas", der jetzt in der Queerfilmnacht läuft.
- 06. Mai 2019,
Christophe Charrier verknüpft in seinem ersten Langfilm virtuos zwei Zeitebenen miteinander, auf denen er vom schwulen Heranwachsen im Frankreich der Neunzigerjahre, der ersten großen Liebe, von Scham, Schuld und einem gewaltigen, alles verzehrendes Trauma erzählt.
Denn 18 Jahre später lernen wir einen ganz anderen Jonas kennen. Mit 33 lässt sich der einst so schüchterne Schüler von einem Sexdate zum nächsten treiben, nachts zettelt er in Clubs regelmäßig Streit an. Als ihn sein Exfreund aus der Wohnung schmeißt, fährt Jonas auf seinem Motorrad scheinbar ziellos durch die Straßen.
Er kann nicht vergessen, was damals mit ihm als 15-jährigen Teenager passiert ist. Er kann Nathan nicht vergessen, den coolen Jungen mit der Narbe im Gesicht, der im neuen Schuljahr plötzlich neben ihm saß und ihm kurz darauf seinen ersten Kuss gab. Der irgendwie erwachsener und mutiger war als er. Und den er in einer verhängnisvollen Nacht für immer verlor.
Um selbst weiterleben zu können, muss sich Jonas endlich seiner Vergangenheit und seinen Wunden stellen. In der Hauptrolle brilliert Félix Maritaud ("Sauvage", "120 BPM", "Messer im Herz"), einer der derzeit angesagtesten jungen Darsteller des europäischen Kinos.
Alle Kinotermine findet man auf der Homepage der Queerfilmnacht. Eine ausführliche Filmkritik von Fabian Schäfer gibt es hier. (cw)











