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Ein schwules Sexdate in Karachi
Hier ist der erste queere Film aus Pakistan: In seinem schockierenden Kurzfilm "Aadat" wirft Iqran Rasheed einen intimen wie ehrlichen Blick auf das gefährliche schwule Leben in seinem Land.
- 14. Januar 2021, kein Kommentar
Der 13-minütige Film erzählt die Geschichte des jungen Mannes Ali (gespielt von Ibrahim Ali Alavi), der sich mit einem Sexarbeiter (Rahil Siddiqui) in einem Stundenhotel trifft, um erstmals seine Homosexualität auszuleben. Die titelgebende Bezeichnung "Aadat" ("Angewohnheit") als Umschreibung für seine sexuelle Orientierung zieht sich dabei als roter Faden durch das beim Best Shorts Competition Film Festival in den USA ausgezeichnete Gay-Drama.
Das Date im Hotel verläuft ganz anders als von Ali erträumt – zu verkrampft ist er selbst, zu abgezockt sein Gegenüber, zu groß die Gefahr, entdeckt zu werden. Homosexuelle Handlungen können im islamischen Pakistan immerhin mit Gefängnisstrafen von zwei Jahren bis im Höchstmaß lebenslang bestraft werden.
"In einer Zeit, in der Plattformen alle Arten von Inhalten aus der ganzen Welt teilen, bekam ich das Gefühl, dass eine LGBTI-Geschichte aus Pakistan existieren muss", erklärte der Regisseur gegenüber dem britischen Magazin "Attitude" zu seinem Kurzfilm. "Große und Mainstream-Medienkanäle werden niemals das Risiko eingehen, so etwas zu produzieren. Deshalb habe ich versucht, selbst einen Film zu machen", so Iqran Rasheed.
Der Regisseur will die Lage von LGBTI in seinem Land verbessern: "In Pakistan ist Sex außerhalb der Ehe illegal, und das liegt an der Religion. Homophobe Menschen nutzen die Religion, um ihren Hass gegen eine bereits gefährdete Community zu schüren." (cw)

















