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Tanzbarer Global-Pop für Liebe und Freiheit

Der in Berlin lebende schweizerisch-türkische Sänger FERHAT trat schon beim Zurich Pride auf - in seiner neuen Single "Father State" rechnet er mit Erdogan und seinem Vater ab.

FERHAT ist ein musikalischer Guerillero, ein furchtloser Tausendsassa zwischen den Kulturwelten. Was ihn antreibt, sind Liebe und Verschmelzung: "Besonders in Berlin hatte ich ständig das Gefühl, mich entscheiden zu müssen. Schwarz angezogen ins Berghain, grimmig dreinschauend in Shisha-Bars oder in Birkenstocks unter veganem Diktat. Zwischen diesen Parallelgesellschaften findet kaum Austausch statt. Ich frage: Warum darf ich nicht alles sein, was ich liebe? Ich rufe zur Versöhnung auf, denn am Ende sind wir einfach Menschen."

FERHATs Global-Pop ist nicht nur unverschämt tanzbar, sondern bezieht den Kopf mit ein: Es geht um Liebe, Religion, persönliche Freiheit und zivilen Ungehorsam – seine Songs kommentieren eine Welt, die sich nicht immer zum Guten verändert.

Der neue Track "Father State" ist wieder mit dem syrisch-stämmigen Songwriter Masen Abou Dakn entstanden. "Wir wollten einen Song über das Wechselspiel der Machtverhältnisse machen. Kindern geben Eltern die Regeln vor, für Erwachsene übernimmt das 'Vater Staat'", sagt FERHAT über die Single. "Ursprünglich war der Song an Erdogan gerichtet, aber er kann für viele autoritäre Staatsapparate stehen. Andererseits ist 'Father State' eine Abrechnung mit meinem Vater. Ich war elf, als er zurück in die Türkei ging, und seitdem habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihm."

Das Musikvideo wurde im Gefängnis des "Babylon Berlin"-Sets gedreht. Unter der Regie von Matthias Michel setzt der Clip mit Schauspielern wie Timo Jacobs, Daniel Sellier, Florian Kleine, Erbil Ayalp, Samuel Eschmann und Michael Schuhmacher die brutalen Folgen einer unerlaubten Plakatierung um: Die Staatsmacht beweist ihre Omnipotenz gegenüber Andersdenkenden durch Inhaftierung, Verhör und Exekution. Nach den Uni-Protesten in Istanbul, der Hetze gegen LGBTI durch die türkische Staatsführung, den Festnahmen und Prozessen hat das Video eine erschreckende Aktualität.

Musikalisch verpackt FERHAT den ernsten Hintergrund in lichtscheuen Elektro, geschickt gepaart mit Marschrhythmik und Vocal-Melismen der türkischen Pop- und Kunstmusik. "Father State" ist eine ebenso virtuose wie zornige Pop-Fusion zur alles beherrschenden Frage: "Why are you so angry?"

FERHAT absolvierte eine Schauspielausbildung an der Berner Hochschule für Theater. Nach Rollen u.a. in der ARD-Krimiserie "Mordkommission Istanbul" nahm der schweizerisch-türkische Künstler Gesangsunterricht an der Popschule Berlin, der Sängerakademie Hamburg sowie der Zürcher Hochschule der Künste. Nach Auftritten als Tänzer u.a. für Madonna und Robert Miles veröffentlichte er eigene Tracks auf Dance-Compilations und performte etwa im legendären Berliner SO36 oder beim M4Music Festival. FERHATs Musik entsteht meist in Berlin-Kreuzberg.

"Father State" ist nach "Dance The Devrim" der zweite Vorbote für die EP "Turkish Delights", die in diesem Jahr erscheinen soll. (cw/pm)



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#1 QueerelleProfil
  • 14.03.2021, 17:16hRecklinghausen
  • WOW

    sehr sehr Stark!

    Ich frage: Warum darf ich nicht alles sein, was ich liebe? Ich rufe zur Versöhnung auf, denn am Ende sind wir einfach Menschen."

    das frage ich mich auch.

    ganz ganz vieeeeel liebe zu dir FERHAT !

    Danke Queer.de (cw/pm) das man hier so tolle künstler/menschen kennenlernen kann!
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