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Schwuler Youtuber grillt katholischen Pfarrer

In seinem Kanal "Nico" plaudert Youtuber Nico Abrell üblicherweise über queere Lifestyle-Themen - in seinem jüngsten Clip stellt er jedoch einem Priester sehr unangenehme Fragen.

"Ich habe heute mit Pfarrer Wolfgang F. Rothe über das Thema Schwulsein bzw. Homosexualität und Kirche gesprochen", schreibt Abrell zu dem 25-minütigen Video, das seit Sonntag bereits fast 30.000 Aufrufe erzielte. "Wir haben darüber geredet, warum Gott Schwule scheinbar hasst, was die Kirche gegen Schwule hat."

Auf den katholischen Seelsorger ist Abrell, der über 43.000 Follower*innen hat, über einen Artikel auf queer.de aufmerksam geworden. Anfang März berichteten wir über Rothes Strafanzeige gegen einen Autor der Zeitschrift "Theologisches", der Schwule in einem Artikel als "Kolonie von Parasiten" bezeichnet hatte. Für sein offenes Eintreten gegen Homophobie wurde der liberale Münchner Seelsorger von Katholik*innen angefeindet.

So ist das Video mit Nico Abrell auch kein "richtiges" Streitgespräch. In seinen Antworten auf die vom Youtuber vorgelesenen Fragen von Follower*innen distanziert sich Pfarrer Rothe von der offiziellen Haltung des Vatikans gegenüber Homosexualität, unternimmt Erklärungsversuche für die tiefsitzende katholische Queerfeindlichkeit und zeichnet ein diverses Bild seiner Kirche. Er hoffe, dass die durch das Segnungsverbot angestoßene Debatte in Deutschland dazu führe, dass auch in den Gemeinden mehr über sexuelle Vielfalt gesprochen werde. Am Ende bedankte er sich bei Nico Abrell für die Einladung und die Chance, eine Brücke zur schwulen Community zu bauen.

Für den Youtuber war das Video-Interview nicht nur ein journalistisches Experiment, sondern auch eine sehr persönliche "Herzensangelegenheit". Zu Beginn berichtet er sichtbar bewegt von seinem eigenen Coming-out in einem bayerischen Dorf. Nicht nur die Gemeinde, auch sein bester Freund hätten sich damals von ihm, dem vermeintlichen Sünder, abgewandt. (cw)



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#1 NickAnonym
  • 01.04.2021, 13:05h
  • Also von grillen kann hier keine Rede sein. Ich finde die Antworten des Pfarrers recht sympathisch.
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#2 Taemin
  • 01.04.2021, 15:48h
  • Ich möchte bei dieser Gelegenheit dem Eindruck entgegenwirken, dass München eine katholische oder katholisch geprägte Stadt sei, der einerseits durch die Vielzahl der dortigen katholischen Kirchen, andererseits (wie in diesem Beitrag) durch die Verortung katholischer Theologen und Verbände dort zu entstehen pflegt. Nur weniger als ein Drittel der Münchner Stadtbevölkerung gehört auch nur dem Register nach der katholischen Kirche an, runde 70% tun das nicht, und von denen sind die Konfessionsfreien die größte Gruppe. Gerade München ist ein gutes Beispiel dafür, dass dem Machthunger der katholischen Kirche, die so gerne im Namen von zig Millionen auftritt und die tatsächlich noch immer großen politischen Einfluss ausübt, eine diesen Anspruch bestätigende Anhängerschar nicht entspricht, nicht einmal dort, wo es landläufig vermutet wird.
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#3 LarsAnonym
  • 02.04.2021, 08:20h
  • Von Grillen kann hier keine Rede sein und das ist auch in Ordnung so. Man sollte weder Schwule noch katholische Pfarrer grillen, wir leben ja nicht in den Zeiten des Heiligen Laurentius.

    Der Pfarrer ist sympathisch, macht seine Sache gut, ist transparent und sachlich und möchte eine zeitgemäße Reform, nicht nur auf dem Gebiet der Homosexualität.

    Auch der Moderator macht seine Sache gut. Der Dialog ist ernsthaft und kritisch, aber von persönlichem Respekt getragen.

    Natürlich hätte man den fragen können, warum er einer Institution angehört, die, wie er selber zugibt, so weltfremd und sprachlos ist und in Bezug auf Macht, Wissenschaft und Sexualität in so vielen Teufelskreisen steckt und warum er sich als eigenständig denkender Mensch in eine so extrem autoritäre rechtliche Struktur begeben hat.
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